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Sklera

Synonyme: Sclera, Lederhaut
Englisch: sclera

1 Definition

Die Sklera ist die äußere Umhüllung des Augapfels (Bulbus oculi), die vom Rand der Cornea bis zur Dura mater des Sehnerven reicht. Sie bildet zusammen mit der Cornea die äußere Augenhaut und ist für die Formkonstanz des Auges verantwortlich.

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2 Histologie

Die Sklera ist weiß, lichtundurchlässig und umgibt - mit Ausnahme des Corneabereichs - den gesamten Augapfel. Ihre Dicke schwankt je nach Region zwischen 0,3 und 1 mm. Im Grenzbereich zwischen Cornea und Sklera, dem sogenannten Limbus corneae, überragt die Sklera die Hornhaut dachziegelartig. Diese Stelle bezeichnet man als Korneoskleralfalz.

Bei der Sklera handelt es sich um eine überwiegend derbe Bindegewebsschicht aus kollagenen und einzelnen elastischen Fasern. Die äußeren Augenmuskeln strahlen mit ihren Sehnen in die Sklera ein. Am hinteren Pol des Augapfels ist die Sklera durchlöchert (Lamina cribrosa sclerae), da dort der Sehnerv aus dem Augapfel tritt. Am vorderen Pol wird sie von der Bindehaut überzogen. Zur Orbita hin wird ansonsten vollständig von der Tenon-Kapsel umschlossen.

Histologisch lassen sich drei Schichten der Sklera unterscheiden:

  • Lamina episcleralis (Episklera)
  • Substantia propria (Hornhaut Stroma)
  • Lamina fusca sclerae

Die Lamina episcleralis enthält zahlreiche kleinere Blutgefäße, die ihre Kapillaren in ein feines Geflecht aus Kollagenfibrillen und elastischen Fasern entsenden. In dieser Gewebeschicht finden sich eingestreute Immunzellen (Lymphozyten, Makrophagen).

Die Substantia propria enthält überwiegend Kollagenfibrillen. Sie sind in 0,5 bis 6 µm starken Fibrillenbündeln angeordnet und stark untereinander verflochten. Es handelt sich überwiegend um Typ-I-Kollagen.

Das wesentliche Merkmal der Lamina fusca ist die durch Melanozyten bedingte Pigmentierung. Diese Schicht der Sklera besteht nur aus einer dünnen Lage scherengitterartig angeordneter Fibrillenbündel, die ohne defnierte Grenze in die Chorioidea übergeht. Neben Melanozyten sieht man hier auch zahlreiche Fibroblasten.

3 Physiologie

Die Form des Augapfels resultiert aus dem von innen wirkenden Augeninnendruck und dem von außen einwirkenden Gegendruck der Sklera. Die Integrität der Sklera ist daher für die Formgebung des Augapfels essentiell.

4 Klinik

4.1 Degenerative Veränderungen

Mit dem Alter ändern sich die biomechanischen Eigenschaften der Sklera. Die Rigidität der Sklera steigt durch zunehmende Quervernetzung der Kollagene an. Bei jungen Menschen lässt sich vor allem die Siebplatte der Sklera (Lamina cribrosa sclerae) leicht verformen, sodass Schwankungen des intraokulären Drucks aufgefangen werden können. Die Änderungen der Kollagenstruktur in der Sklera älterer Patienten führt zu deren Verhärtung. Das ist vor allem für Glaukompatienten von Bedeutung, da die Sklera nicht mehr so flexibel auf Schwankungen des intraokulären Drucks reagieren kann.

Darüber hinaus kann die Sklera älterer Menschen gelblich verfärbt sein, da sich - vor allem bei Hyperlipoproteinämie - vermehrt Lipide in das Gewebe einlagern. Diese Koloration wird gelegentlich mit der Bilirubineinlagerung im Rahmen eines Ikterus verwechselt.

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