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Masern

Synonym: Morbilli
Englisch: measles

Inhaltsverzeichnis

1 Definition [bearbeiten]

Die Masern sind eine typische meldepflichtige Infektionskrankheit des Kindesalters (Kinderkrankheiten). Masern werden durch das Masernvirus ausgelöst, die Infektion erfolgt durch Tröpfcheninfektion.

2 Klinik [bearbeiten]

Der Verlauf einer Infektion gliedert sich in die ca. 10 Tage lange Inkubationszeit, gefolgt von Prodromalstadium und exanthematischem Stadium. Komplikationen können die generell gute Prognose der Erkrankung verschlechtern. Die Übertragung der Masern ist vom 5. Tag der Inkubationszeit bis zum 4. Tag nach Beginn des Exanthems möglich.

2.1 Prodromalstadium [bearbeiten]

Das drei Tage dauernde Prodromalstadium ist durch Fieber, Konjunktivitis, Bronchitis und Rhinitis gekennzeichnet. Auf der Wangenschleimhaut findet sich als pathognomonisches Zeichen der Masern ein Enanthem, die sogenannten Koplik-Flecken.

2.2 Exanthematisches Stadium [bearbeiten]

Das exanthematische Stadium beginnt nach kurzem Abfall der Temperatur mit einem zweiten Anstieg des Fiebers. Charakteristisch ist ein dunkelrotes, makulopapulöses Exanthem. Die einzelnen Exanthemherde konfluieren zu größeren Herden. Das Exanthem tritt typischerweise zuerst hinter den Ohren auf und breitet sich dann über das Gesicht auf Oberkörper und Extremitäten aus.

Das Exanthem blasst nach ca. 5-6 Tagen ab und verschwindet unter leichter Schuppenbildung der Haut.

2.3 Komplikationen [bearbeiten]

Das Masernvirus kann bei schweren Verläufen eine Pneumonie, Epiglottitis (Pseudokrupp), Bronchiolitis, Myokarditis und Enzephalitis (Masernenzephalitis) hervorrufen. Eine sehr seltene, jedoch sehr schwerwiegende Komplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die 1 mal auf 1.000.000 Erkrankungen auftritt.

Von den genannten Komplikationen sind die durch bakterielle Superinfektion hervorgerrufenen Komplikationen zu unterscheiden. Die häufigsten bakteriell ausgelösten Komplikationen sind die Mittelohrentzündung und die Bronchopneumonie.

Bakterielle Superinfektionen verschlechtern die Prognose erkrankter Kinder insbesondere in Entwicklungsländern.

3 Differentialdiagnose [bearbeiten]

Scharlach Masern Röteln
Beginn Hohes Fieber, Halsentzündung (Angina tonsillaris) Hohes Fieber, starker Husten, ev. Halsentzündung Mäßiges Fieber, leichtes Krankheitsbild
Exanthem Feinfleckiger Ausschlag von unten nach oben (Mund-Kinn-Dreieck frei) Grobfleckiger konfluierender Ausschlag von oben nach unten (Beginn retroaurikulär) Nur schwaches nichtkonfluierendes Exanthem an Hals/Brust
Besonderes Himbeerzunge Koplik-Wangenfleck Starke nuchale Lymphknoten­schwellung

4 Therapie [bearbeiten]

Die Therapie der Masern ist symptomatisch und umfasst die Linderung von Beschwerden und frühzeitige Erkennung und Behandlung von krankheitsbedingten Komplikationen. Basismaßnahmen sind Bettruhe und Schonung.

5 Impfung [bearbeiten]

Die Masernimpfung ist als kombinierte Mumps-Masern-Röteln-Impfung ab dem 11. Lebensmonat zu empfehlen. Dadurch wird die Erkrankung verhindert und ein Auftreten von teilweise fatalen Komplikationen vermieden. Kinder mit Neugeborenenikterus dürfen nicht vor dem 15. Lebensmonat geimpft werden.

Vor der Impfung waren zweijährliche Masernepidemien typisch. Seit die Impfung breitflächig angewendet wird verschiebt sich das Erkrankungsalter vermehrt vom Kleinkindesalter in Schul- und Teenagerzeit. Eine stattgefundene Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

6 Quellen [bearbeiten]

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Gunnar Römer schreibt seit dem 19.11.2011 im Flexikon, hat bereits 757 neue Artikel publiziert und 107 Artikeldetails verbessert.

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