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Bronchopneumonie

Englisch: bronchopneumonia

1 Definition

Die Bronchopneumonie ist eine morphologische Verlaufsform der Pneumonie, bei der die Entzündung herdförmig die Umgebung von Bronchien betrifft. Sie ist die häufigste Verlaufsform der Pneumonie.

2 Entwicklung

Eine Bronchopneumonie geht von den Bronchien auf die Lunge über. Sie entsteht meistens durch die Aspiration von Krankheitserregern aus dem Nasopharynx oder aber durch bakterielle Superinfektion einer viralen Bronchitis (z.B. durch Influenzavirus). Sie tritt häufig in mehreren Lappen gleichzeitig auf. Die entzündlichen Läsionen haben eine Größe von 3-4 cm und erscheinen gräulich gerötet, stellenweise gelb. Mehrere Herde einer Bronchopneumonie können miteinander verschmelzen und so einen ganzen Lappen der Lunge ausfüllen.

Die betroffenen Bereiche der Lunge zeigen eine Hyperämie, die restlichen Bereiche erscheinen in der Regel völlig gesund. Die Bronchien, Bronchiolen und die sie umgebenden Alveolen sind mit einem entzündlichen Exsudat aus Fibrin und Granulozyten gefüllt.

3 Komplikationen

Bei größeren herdförmigen Ansammlungen von Eiter kann es durch Freisetzung großer Mengen lytischer Enzyme zu einer überschießenden Reaktion kommen, bei der Lungengewebe durch die nachfolgende Vernarbung unwiederbringlich zerstört wird. Eine Pleuritis tritt nicht so häufig wie bei der Lobärpneumonie auf.

Konfluierende Herde können einschmelzen und sich zu einem Lungenabszess formen. In diesem Zusammenhang spricht man von einer abszedierenden Bronchopneumonie. Eine Einschmelzung findet bei gestörter Abwehrlage (z.B. durch Diabetes mellitus, Alkoholismus, Immunsuppression) gehäuft statt.

Eine hämatogene Aussaat von Erregern ist ebenfalls möglich. Mögliche Folgen sind eine Meningitis, Endokarditis und Arthritis.

4 Erregerspektrum

Bevorzugt auftretende Erreger einer ambulant erworbenen Bronchopneumonie sind Streptokokken, Staphylokokken und Haemophilus influenzae. Nosokomiale Erreger sind Klebsiella pneumoniae, Pseudomonas aeruginosa und Proteus-Arten.

5 Symptome

ZU den Symptomen einer Bronchopneumonie gehören unter anderem:

In schweren Fällen kann Atemnot hinzutreten.

Bei der Auskultation sind feuchte Rasselgeräusche ("RG's") zu hören. Bei ausgedehnterem Befall kann eine Klopfschalldämpfung nachweisbar sein.

6 Therapie

6.1 Allgemeinmaßnahmen

Allgemeine therapeutische Maßnahmen bei einer Pneumonie sind:

In schweren Fällen, die mit Atemnot einhergehen, kann die Gabe von O2 per Nasensonde erfolgen.

6.2 Medikamentöse Therapie

Viral hervorgerufene Pneumonien können mit den verfügbaren Virostatika nur unzureichend behandelt werden. Die Therapie umfasst daher neben den allgemeinen Maßnahmen lediglich die symptomatische Behandlung der Entzündung.

Zur Therapie der bakteriell hervorgerufenen Pneumonien ist der Einsatz von Breitbandantibiotika sinnvoll. Dabei leitet man auf Grundlage des zu erwartenden Erregers frühzeitig eine Chemotherapie mit den wahrscheinlich wirksamsten Antibiotika ein. Im Falle der ausbleibenden Besserung kann die Therapie umgestellt werden. Bei Nachweis des Erregers kann auf ein Antibiotikum mit schmalerem Wirkungsspektrum zurückgegriffen werden.

Ergänzend kommen häufig Mukolytika zur Schleimlösung zum Einsatz. Bei Fieber über 38,5° können ggf. Antipyretika zur Fiebersenkung (beispielsweise Paracetamol) gegeben werden.

Unter (1) und (2) sind Quellen mit weiteren Informationen zur Therapie der bakteriell hervorgerufenen Pneumonien allgemein und nosokomialen Pneumonien im Speziellen zu finden.

Der Einsatz von Antibiotika bei Pneumonien viraler Genese zur Behandlung oder Prophylaxe einer bakteriellen Superinfektion wird kontrovers diskutiert. Bei Vorliegen einer rein viralen Form kann zunächst unter Kontrolle labormedizinischer Entzündungsparameter (Blutbild, ESR, CRP) abgewartet werden.

7 Weblinks

[1] - Bronchopneumonie im HiPaKu der Universität Basel

siehe auch: Lobärpneumonie

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