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Ohr

Synonym: Auris
Englisch: ear

1 Definition

Das Ohr zählt zu den Sinnesorganen und dient der Wahrnehmung akustischer Reize (Schallreize).

2 Anatomie

Das Ohr lässt sich anatomisch in verschiedene Teile gliedern:

2.1 Außenohr

Das Außenohr besteht aus der Ohrmuschel (Auricula auris) mit ihren prägnanten Reliefelementen (Helix, Anthelix etc.) und dem äußeren Gehörgang (Meatus acusticus externus).

2.2 Mittelohr

Das Trommelfell (Membrana tympani) kann je nach Betrachtungsweise dem äußeren Ohr oder dem Mittelohr (Auris media) zugerechnet werden. Es markiert in jedem Fall die Grenze zwischen beiden Strukturen. Das Mittelohr besteht aus einem pneumatisierten Hohlraum im Felsenbein, der so genannten Paukenhöhle (Cavum tympani), mit den darin befindlichen Strukturen. Dabei handelt es sich in erster Linie um die drei Gehörknöchelchen (Malleus, Incus und Stapes), sowie Blutgefäße und Nerven. Zum Mittelohr wird darüber hinaus die Tube (Tuba auditiva) gerechnet.

2.3 Innenohr

Das Innenohr besteht aus dem häutigen Labyrinth, das innerhalb der Felsenbeinpyramide in eine Knochenhöhle, das sogenannte knöcherne Labyrinth eingebettet ist. Im Bereich des Innenohr unterscheidet man zwei separate Organe:

Das häutige Labyrinth ist mit einer kaliumreichen Flüssigkeit, der Endolymphe, gefüllt. Von außen ist es mit Perilymphe umgeben.

Die wichtigsten Strukturen des häutigen Labyrinths sind Ductus cochlearis, Sacculus, Utriculus und die drei Bogengänge. Sie kommunizieren über kleinere Verbindungsgänge miteinander und formen so das endolymphatische System.

3 Histologie

Die Paukenhöhle ist von einer dünnen Schleimhautschicht ausgekleidet, die aus einem einschichtigen isoprismatischen (kubischen) Epithel besteht, in das Becherzellen eingestreut sind.

Das Innenohr weist spezialisierte Zellen, die so genannten Haarzellen, auf. Sie finden sich im Corti-Organ der Cochlea, in den beiden Makulaorganen des Sacculus bzw. Utriculus und in den Cristae ampullares der Bogengänge. Am apikalen Zellpol besitzen die Haarzellen Büschel von Zellfortsätzen, die in azelluläre Gallertmembranen eingebettet sind und durch mechanische Reizung zu einer Depolarisation der Zelle führen.

4 Neuroanatomie

Die im Innenohr entstehenden Nervenimpulse verlassen das Ohr mit dem Nervus vestibulocochlearis (Nervus VIII) durch den inneren Gehörgang (Meatus acusticus internus). Sie werden auf der Hörbahn zum auditiven Cortex (Hörrinde) weitergeleitet.

5 Embryologie

Das Außenohr entwickelt sich aus der 1. Kiemenfurche und aus 6 angrenzenden Mesenchymverdichtungen, den Ohrmuschelhöckern. Das Mittelohr stammt ebenfalls von der 1. Kiemenfurche ab. Die Gehörknöchelchen haben unterschiedliche Herkunft. Malleus und Incus entwickeln sich aus dem Knorpel des 1. Kiemenbogens, der Stapes aus Knorpel des 2. Kiemenbogens.

Die Anlage des Innenohrs ist das ektodermale Ohrbläschen.

6 Physiologie

Die verschiedenen Abschnitte des Ohrs haben unterschiedliche Funktionen:

  • Das Außenohr dient der Schallaufnahme und der Unterstützung des Richtungshörens
  • Das Mittelohr ist für die Schallweiterleitung und die Impedanzanpassung veranwortlich.
  • Das Innenohr wandelt die Schallwellen in Nervenimpulse um und übernimmt damit die Schallverarbeitung. Ferner ist es durch den Vestibularapparat in der Lage, Linearbeschleunigungen und Drehbeschleunigungen zu registrieren.

7 Klinik

Wichtige Erkrankungen des Ohrs sind unter anderem:

8 Weblinks

Video - Dissection of the ear - bei SciVee

Portal für Ohrenheilkunde

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