Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Paukenhöhle

Synonyme: Cavitas tympanica, Cavum tympani, Tympanon, Paukenraum, "Pauke"
Englisch: tympanum, eardrum, tympanic cavity

1 Definition

Als Paukenhöhle bezeichnet man den Hohlraum des Mittelohrs, in dem sich die Gehörknöchelchen befinden. Sie beginnt direkt hinter dem Trommelfell und wird durch die Tuba auditiva belüftet, die einen Druckausgleich ermöglicht.

2 Einteilung

Die Paukenhöhle ist ca. 12-15 mm lang, und 3 bis 7 mm breit. Ihr Binnenvolumen ist gering und beträgt nur etwa 1 cm3. Sie besteht aus 3 Abschnitten:

3 Topografische Anatomie

3.1 Epitympanon

Das Epitympanon ist der oberste Abschnitt der Paukenhöhle, der oberhalb des Trommelfells gelegen ist. Es wird auch als "Recessus epitympanicus" oder "Atticus" bezeichnet. Hier wird die Paukenhöhle durch eine dünne Knochenplatte von der mittleren Schädelgrube abgegrenzt, die man das Paukendach (Tegmen tympani) nennt. Das Epitympanon nimmt den Kopf des Malleus und den Incus auf. Hier befindet sich auch der Zugang zum Antrum mastoideum bzw. zu den Cellulae mastoideae, der Aditus ad antrum.

3.2 Mesotympanon

Das Mesotympanon stellt den mittleren Abschnitt der Paukenhöhle. Seine anatomische Beziehung zu den benachbarten Strukturen beschreibt man, in dem man seine Begrenzung zu vier Wänden idealisiert:

  • Vordere Wand (Paries caroticus tympani): Hinter ihr verläuft die Arteria carotis interna. Im kranialen Teil der Wand mündet die Tuba auditiva in die Paukenhöhle. Über der Tubeneinmündung (Ostium tympanicum tubae auditivae) liegt der Ursprung des Trommelfellspannmuskels (Musculus tensor tympani).
  • Seitliche Wand (Paries membranaceus tympani): Sie wird fast ausschließlich durch das Trommelfell gebildet. Im oberen Teil an sie angelagert durchquert die Chorda tympani die Paukenhöhle.
  • Hintere Wand (Paries mastoideus tympani): Sie grenzt die Paukenhöhle zum Warzenfortsatz (Processus mastoideus) und seinen Pneumatisationsräumen hin ab, mit denen sie über den oben erwähnten Aditus ad antrum in Verbindung steht. In Höhe des ovalen Fensters (Fenestra ovalis) kann man einen pyramidenförmigen Vorsprung ausmachen, die Eminentia pyramidalis, von der der Musculus stapedius seinen Ausgang nimmt.
  • Mittlere Wand (Paries labyrinthicus tympani): Sie trennt die Paukenhöhle vom Innenohr bzw. der Schnecke (Cochlea). Zwischen dem ovalen Fenster und dem runden Fenster liegt das so genannte Promontorium. Diese kleine Vorwölbung wird durch die untere Schneckenwindung verursacht.

3.3 Hypotympanon

Das Hypotympanon, oder auch "Recessus hypotympanicus", bildet den unteren Teil der Paukenhöhle. Die untere Wand (Paries jugularis tympani) des Hypotympanon grenzt die Paukenhöhle zur Vena jugularis interna hin ab. Der Knochen ist an dieser Stelle teilweise pneumatisiert und sehr dünn.

4 Gefäßversorgung

Die Gefäßversorgung der Paukenhöhle erfolgt im wesentlichen über die Arteria tympanica inferior, die Arteria tympanica anterior, die Arteria tympanica posterior und die Arteria tympanica superior. Diese Gefäße bilden untereinander zahlreiche Anastomosen.

5 Histologie

Die Paukenhöhle ist von einer dünnen Schleimhautschicht ausgekleidet, die aus einem einschichtigen isoprismatischen (kubischen) Epithel besteht, in das Becherzellen eingestreut sind. Im vorderen Bereich der Paukenhöhle findet man in der Lamina propria kleine Drüsen, die Glandulae tympanicae. Im Bereich der Gehörknöchelchen wird das isoprismatische Epithel durch ein mehrschichtiges Plattenepithel abgelöst.

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

30 Wertungen (4.17 ø)
Teilen

78.616 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: