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Bronchiolitis

Englisch: Bronchiolitis

1 Definition

Als Bronchiolitis bezeichnet man die Entzündung der kleinen Äste des Bronchialbaums, der so genannten Bronchiolen.

2 Epidemiologie

Die Bronchiolitis befällt überwiegend Säuglinge und Kleinkinder, deren Atemwege anfälliger sind als die der Erwachsenen. Eine Bronchiolitis tritt typischerweise in den ersten zwei Lebensjahren auf. Der Erkrankungsgipfel liegt im Alter von 3-6 Monaten. Kinder, die nicht gestillt wurden, und Kinder in Raucherfamilien erkranken häufiger.

3 Ätiologie

In den meisten Fällen wird eine Bronchiolitis durch eine Infektion mit Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) ausgelöst, meist im Winter oder Frühjahr. Als weitere Auslöser kommen Influenza-Viren oder Adenoviren in Frage.

Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion. Als Eintrittspforte nutzen die Erreger die Nasenschleimhaut und die Konjunktiven. Eine weitere mögliche Ansteckungsquelle sind kontaminierte Gegenstände (z.B. Besteck, Spielzeug), sowie andere Oberflächen. Die Übertragung erfolgt dann durch Autoinokulation über die Hände. Die Inkubationszeit beträgt etwa 2 bis 8 Tage. Nach der Infektion kommt es zu einer raschen Vermehrung des Virus auf der Bronchialschleimhaut.

4 Formen

Man unterscheidet nach ihrem Verlauf zwei Formen der Bronchiolitis:

Die persistierende Bronchiolitis ist das deutlich seltenere Krankheitsbild. Es wird gelegentlich nach Adenovirus-Infektionen beobachtet. Ein weiteres Krankheitsbild stellt die Diffuse Panbronchiolitis dar. Im Folgenden wird jedoch nur die akute Bronchiolitis besprochen.

5 Pathophysiologie

Da die Bronchiolen ein deutlich kleineres Lumen aufweisen als die größeren Bronchien, führt die entzündungsbedingte Schleimhautschwellung zu einer deutlicheren Einschränkung der Lungenbelüftung.

6 Symptome

Weitere Symptome können Erbrechen und Dehydratation sein. In schweren Fällen kann aufgrund des verschlechterten pulmonalen Gasaustausches eine Zyanose hinzutreten.

7 Diagnose

Aufgrund des leisen Atemgeräusches bezeichnet man diesen Befund auch als "stille Obstruktion".

8 Therapie

In den meisten Fällen verläuft eine Bronchiolitis mild und heilt nach einer Dauer von 5-7 Tagen von selbst aus. Eine kausale Behandlung gibt es nicht. Unterstützend können folgende Maßnahmen angewendet werden:

Gegebenfalls können zusätzlich Luftbefeuchtung (Flüssigkeitsvernebler) und die Gabe von Sekretolytika (Cave: Kindesalter!) versucht werden. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist jedoch - ebenso wie der Einsatz von Glukokortikoiden - umstritten.

Eine Antibiotikagabe ist nur bei Bestehen einer bakteriellen Superinfektion sinnvoll. Für antivirale Substanzen (z.B. Ribavirin) ließ sich bislang (2006) kein klinischer Effekt nachweisen. In schweren Fällen, vor allem bei starken Atembeschwerden und hohem Fieber, kann die Hospitalisation notwendig sein.

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