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es ist wahr: Wir sind an den Strand gefahren und machen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon vom 23. bis 31. Juli 2016 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 01. August kann wieder mit voller Kraft geschrieben werden.

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Lungenemphysem

Synonyme: Emphysema pulmonum, Lungen(über)blähung
Englisch: pulmonary emphysema

1 Definition

Unter einem Lungenemphysem versteht man einen abnorm gesteigerten Luftgehalt der Lunge, der mit einer irreversiblen Zerstörung des Lungengewebes distal der Bronchioli terminales einhergeht.

2 ICD10-Codes

Code Bezeichnung
J43.- Emphysem
J43.1 Panlobuläres Emphysem
J43.2 Zentrilobuläres Emphysem
J43.8 Sonstiges Emphysem
J43.9 Emphysem, nicht näher bezeichnet
J68.4 Emphysem durch Einatmen von chemischen Substanzen, Gasen, Rauch und Dämpfen

3 Pathophysiologie

Auf dem Boden einer chronischen Entzündung (Bronchiolitis) kommt es zu einer Einengung der Atemwege. Im Vorgang der Exspiration kollabieren die Bronchioli terminales, wodurch die Luft nicht aus den Alveolen entweichen kann. Man spricht von "trapped air" (engl.), gefangener Luft. Dadurch kommt es bei erneuter Inspiration durch Hyperinflation zu einer Überdehnung der Alveolen und Bronchiolen. Die Überdehnung hat zur Folge, dass die Alveolen zerstört werden und sich große, aber für den Gasaustausch untaugliche, Emphysembläschen bilden.

Parallel zerstören Proteasen sukkzessive das Lungenparenchym, was eine Rarefizierung der Blutgefäße und einen gestörten Gasaustausch zur Folge hat. Bei schwerem Lungenemphysem kann das physiologische Totraumvolumen bis zu 2 Liter betragen.

4 Ätiologie

Die häufigste Ursache (> 90%) eines Lungenemphysems ist das Rauchen, d.h. das inhalative Zigarettenrauchen, das zur Entwicklung einer COPD führt. Dabei stellt auch das Passivrauchen ein bedeutsames Risiko dar. Weitere, seltenere Ursachen sind:

5 Einteilung

5.1 ...nach Verlauf

  • akutes Lungenemphysem: z.B. bei akutem Asthmaanfall
  • chronisches Lungenemphysem: z.B. bei COPD nach chronischer Bronchitis als Folge langjährigen Rauchens oder berufsbedingter Krankheiten (Staub, Asbest, Chemikalien, etc.)

5.2 ...nach Lokalisation bzw. Befallsmuster

6 Symptome

Zu den typischen Symptomen des Lungenemphysems zählen:

Beim Lungenemphysem unterscheidet man klinisch zwei typische Symptomkonstellationen: den "Blue Bloater" und den "Pink Puffer".

7 Diagnostik

7.1 Klinische Untersuchung

7.2 Röntgen-Thorax

Im Röntgenthorax macht sich ein Lungenemphysem durch folgende Veränderungen bemerkbar:

Eine differenziertere röntgenologische Darstellung bzw. Quantifizierung eines Lungenemphysems kann mit Hilfe der Computertomografie erfolgen (Thorax-CT).

7.3 Lungenfunktion

Die Lungenfunktionsuntersuchung gibt genaue Auskunft über die Atemleistung der Lunge. Bei einem Lungenemphysem zeigen sich unter anderem folgende Veränderungen:

8 Therapie

Die Therapie zielt in erster Linie darauf, das weitere Fortschreiten des Lungenemphysems zu vermeiden. Bereits verlorenes Lungengewebe kann derzeit (2015) nicht wiederhergestellt werden.

Bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel erfolgt eine Substitutionsbehandlung mit AAT-Konzentraten

Bei Ausschöpfung konservativer Maßnahmen und einem ausgeprägten Lungenemphysem kann eine endobronchiale Volumenreduktion indiziert sein. Bei diesem operativen Verfahren wird eine gezielte Atelektase einzelner, geschädigter Lungensegmente hervorgerufen, so dass die Atemmechanik verbessert wird.

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Fachgebiete: Pneumologie

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