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Pilz

Synonym: Chitinpilz
Englisch: fungi

1 Definition

Pilze sind heterotrophe Organismen mit eukaryotischen Zellen und chitinhaltiger Zellwand. Wissenschaftlich werden Pilze als Fungi oder Mycobionta bezeichnet.

2 Biologie

Die Zelle der Pilze ist eukaryotisch. Sie weist demnach einen Zellkern auf, der die DNA umgibt und schützt, sowie ein komplexes Membransystem und eine innere Kompartimentierung. Ein häufig beobachtetes Phänomen bei Pilzen ist das Vorhandensein eines heterokaryotischen Entwicklungsstadiums, bei dem mehrere Zellkerne in einer Zelle enthalten sind. Als Zellorganellen treten unter anderem Mitochondrien auf. Es sind keine Plastiden (Chloroplasten o.ä.) und kein Chlorophyll vorhanden. Die Zellwand der Pilze besteht unter anderem aus Chitin und Glukanen (im Unterschied zu Pflanzen, deren Zellwand v.a. aus Zellulose besteht). Ihre Plasmamembran enthält charakteristischerweise Ergosterol. Die Ergosterolsynthese ist ein wichtiger Angriffspunkt der Antimykotika.

Pilze leben auf organischem Material und beziehen Nahrung indem Sie Enzyme (Exoenzyme) in ihre Umgebung sezernieren und die Zersetzungsprodukte anschließend aufnehmen. Die Fortpflanzung und Ausbreitung erfolgt durch geschlechtlich (sexuell) oder ungeschlechtlich (asexuell) erzeugte Sporen.

Pilze sind weltweit und unter teils extremen Umweltbedingungen anzutreffen. Sie sind als Symbiosepartner und Saprobionten (zersetzende Lebewesen) ein essentieller Bestandteil zahlreicher Ökosysteme.

3 Einteilung

3.1 ...nach Taxonomie

Die Systematik der Lebewesen ist aufgrund zügigen Informationszuwachses einem ständigen Wandel unterworfen. In zunehmendem Maße werden molekularbiologische Kenntnisse für eine Einteilung entsprechend der biologischen und evolutionären Verwandtschaft herangezogen. Ursprünglich den Pflanzen zugeordnet, hat sich durch genetische Untersuchungen herausgestellt, dass die Pilze den Tieren näher stehen als den Pflanzen. Die Pilze bilden im Sinne der meisten Autoren ein Reich innerhalb der Domäne der Eukaryoten. Einige Taxa wurden aus dem Reich der Pilze ausgegliedert. So ist beispielsweise die Systematik der Schleimpilze (Myxomycota), die nicht mehr zu den eigentlichen Pilzen gerechnet werden, Gegenstand der Forschung.

Aktuell (2016) wird das Reich der Pilze in fünf Abteilungen gegliedert:[1]

  • Chytridiomycota (Töpfchenpilze)
  • Zygomycota (Jochpilze), Status als natürliches Taxon mittlerweile umstritten
  • Ascomycota (Schlauchpilze)
  • Basidiomycota (Ständerpilze)
  • Glomeromycota, Pilze die in Symbiose mit autotrophen Organismen (z.B. Pflanzen, Cyanobakterien) leben und erst seit relativ kurzer Zeit als Taxon anerkannt sind

Schimmelpilze, Hefen (Sprosspilze), Faden- bzw. Hyphenpilze (bilden Hyphen und Myzelgeflecht), Flechten und Mykorrhiza stellen keine Einteilung nach biologischer Verwandtschaft dar. Vielmehr handelt es sich bei diesen um verschiedene Lebensweisen, die sich in mehreren Abteilungen der Pilze finden lassen. Als Fungi imperfecti (Deuteromycetes) werden Arten bezeichnet, bei denen bisweilen noch kein geschlechtliches Stadium nachgewiesen werden konnte. Wird bei einem Fungus imperfectus ein sexuelles Stadium beschrieben, erfolgt daraufhin zumeist eine Neuzuordnung der jeweiligen Art in eine der fünf Abteilungen. Im Gegenzug werden Pilzarten, bei denen sexuelle Stadien beschrieben wurden, als Fungi perfecti bezeichnet.

Chitinpilze sind von Zellulosepilzen (Peronosporomycetes, vormals Oomycota) zu unterscheiden, die keine Pilze im eigentlichen Sinne darstellen.

3.2 ...nach medzinischen Kriterien

Im Bereich der klinischen Mykologie erweisen sich vereinfachte Systematiken und die Einteilung nach Morphologie, Geschlechtszyklus, Sporenmerkmalen oder nach hervorgerufenen Erkrankungsbildern als ausreichend.

Humanpathogene Pilze werden häufig in drei Gruppen eingeteilt (DHS-System):

Dimorphe Pilze liegen in Abhängigkeit von der Temperatur als Fadenpilze (Umwelt) oder Sprosspilze (Gewebe) vor. Beispiele hierfür finden sich etwa in den Gattungen Histoplasma, Coccidioides und Blastomyces.

4 Bedeutung

5 Einzelnachweise

  1. Bresinsky, Körner et al.: Strasburger - Lehrbuch der Botanik, Spektrum akadem. Verlag, 36. Aufl.

6 Literatur

  • Munk (Hrsg.): Taschenlehrbuch Biologie: Mikrobiologie, Georg Thieme Verlag, 2008.
  • Campbell & Reece: Spektrum Lehrbuch Biologie, Spektrum akadem. Verl., 6. Aufl.

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Fachgebiete: Biologie, Mykologie

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