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Herzklappenfehler

Synonyme: Herzklapppenerkrankung, (Herz-)Klappenvitium
Englisch: valvular heart disease

1 Definition

Herzklappenfehler sind angeborene oder erworbene pathologische Veränderungen der Herzklappen.

2 Einteilung

2.1 ...nach funktionellen Aspekten

Defekte und Veränderungen der Herzklappen können prinzipiell zu zwei verschiedenen hämodynamischen Phänomenen führen:

  • Klappenundichtigkeit bzw. Klappeninsuffizienz, die durch mangelnden Klappenverschluss einen Rückfluss von Blut ermöglicht
  • Klappenverengung bzw. Klappenstenose, die durch unzureichende Klappenöffnung zu einem Rückstau von Blut vor der Klappe führt

Diese Defekte können einzeln oder als sog. "kombiniertes Klappenvitium" auch gemeinsam auftreten. Nach dieser Grundeinteilung lassen sich folgende Formen von Herzklappenfehlern unterscheiden:

Entsprechend der Lokalisation werden Klappenfehler (Stenose bzw. Insuffizienz) auch unter dem Sammelbegriff des Aorten-, Mitral-, Pulmonal- oder Trikuspidalvitiums zusammengefasst.

Bei einem vollständigen Verschluss des Klappenostiums spricht man von einer Klappenatresie, die sozusagen die Extremform einer Stenose darstellt. Klappenatresien sind nur mit dem Leben vereinbar, wenn gleichzeitig andere Herzfehler (z.B. ein Vorhofseptumdefekt) vorliegen. Man unterscheidet:

2.2 ...nach morphologischen Aspekten

Angeborene Fehlbildungen können zu charakteristischen Veränderungen der Herzklappenanatomie führen, die eigene Bezeichnungen tragen. In einigen Fällen haben sie hämodynamische Konsequenzen, in anderen nicht. Dazu zählen u.a.:

3 Ätiologie

Wichtige Ursachen von erworbenen Herzklappenfehlern sind:

Bei Entstehung über einen langen Zeitraum können Herzklappenfehler durch Anpassungen des Herzen (z.B. Hypertrophie) hämodynamisch kompensiert werden. Bei plötzlicher Entwicklung (z.B. Endokarditis) sind die Möglichkeiten der Kompensation eingeschränkt, es resultiert ein akuter Verlauf.

4 Diagnostik

Klappenfehler können häufig bereits bei der Auskultation des Herzen durch charakteristische Herzgeräusche erkannt werden. Zur Bestimmung des Schweregrades wird dann jedoch neben der klinischen Untersuchung häufig auch eine Echokardiografie oder in besonderen Fällen eine Kardio-MRT oder eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt.

5 Therapieprinzipien

Unbehandelte Klappenerkrankungen können unter Umständen zu einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) führen. Je nach Schweregrad einer Klappenerkrankung kann daher eine Therapie erforderlich sein. Das Spektrum reicht dabei von medikamentöser Therapie über Kathetereingriffe (z.B. perkutane Valvuloplastie) bis hin zu Operationen. Es gibt unterschiedliche Operationsstrategien. So können bei bestimmten Klappenerkrankungen Rekonstruktionen durchgeführt werden, bei der die Herzklappe nicht ersetzt, sondern "repariert" wird (sog. klappenerhaltende Operationen). Ist eine "Rekonstruktion nicht möglich, kann die Herzklappe ersetzt werden (Herzklappenprothese). Bei bestimmten Patienten können Prothesen aus natürlichem (tierischem) Material und bei anderen künstliche Herzklappen eingesetzt werden. Künstliche Herzklappen haben den Vorteil, dass sie sehr lange halten, aber den Nachteil, dass eine lebenslange gerinnungshemmende Therapie erforderlich wird. Bei natürlichen Klappen benötigt man diese Therapie nicht, allerdings sind sie verschleißanfälliger, so dass sie eher bei älteren Patienten zum Einsatz kommt.

Der Operationstermin sollte nicht zu früh, jedoch auch nicht zu spät gestellt werden. Eine zu späte Operation birgt das Risiko der Entwicklung von Komplikationen (Kontraktilitätsstörung, pulmonale Hypertonie, dekompensierte Herzinsuffizienz), die die Prognose auch nach der Operation nachhaltig schlecht beeinflussen. Eine zu frühe Operation bedingt andererseits eine Vorverlagerung der postoperativen Komplikationen des Klappenersatzes und eventuell nur begrenzten Nutzen für die Herzfunktion.

Noch vor der Operation können zur Linderung von Beschwerden und Verhütung von Komplikationen allgemeine therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden:

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Fachgebiete: Kardiologie

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