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Endokarditis

von griechisch: endo - innen; kardia - Herz
Synonyme: Endocarditis, Endokardentzündung, Herzinnenhautentzündung
Englisch: endocarditis

1 Definition

Die Endokarditis ist eine im Rahmen verschiedener krankhafter Prozesse auftretende Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard).

2 ICD10-Codes

  • I0.1: Akute rheumatische Endokarditis
  • I09.1: Rheumatische Krankheiten des Endokards, Herzklappe nicht näher bezeichnet; chronisch-rheumatische Endokarditis
  • I33: Akute und subakute Endokarditis
  • I38: Endokarditis, Herzklappe nicht näher bezeichnet

3 Systematik

Endokarditiden lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren.

3.1 ...nach Ätiologie

Die gängigste Einteilung erfolgt nach der Ätiologie. Demnach wird zwischen den folgenden Formen eine Endokarditis unterschieden:

3.2 ...nach Lokalisation

Auch die Lokalisation gibt Ansatzpunkte für eine Klassifikation.

3.3 ...nach Aspekt

In der Pathologie werden Endokarditiden auch nach ihrem makroskopischen Aspekt unterschieden, z.B. in

4 Ätiologie

Die Entstehung der Endokarditiden ist ein multifaktorielles Geschehen und bei den verschiedenen Unterformen unterschiedlich. Als ursächlich wird üblicherweise eine Veränderung von Blutfluss und Blutgerinnung mit der Entstehung von nichtbakteriellen thrombotischen Vegetationen (NBTV) angesehen. In diesen Bereichen von Blutaggregaten und Endothelschäden kann es dann zu einer Ablagerung von Immunkomplexen oder zu einer Besiedlung mit Krankheitserregern kommen. Im weiteren Verlauf kann dann die Zerstörung von Herzklappen, Herzinnenhaut, Papillarmuskeln und Chordae tendineae folgen.

Die infektiöse Endokarditis (IE), verursacht durch hoch virulente Bakterien wie Staphylococcus aureus, setzt keine kongenitalen Anomalien der Herzklappen oder erworbene Herklappenfehler voraus. Diese akute Form der IE kann an zuvor gesunden Herzklappen entstehen.

5 Symptomatik

Die Symptome einer Endokarditis hängen von der Art der Entzündung sowie vom Ausmaß der Zerstörungen ab. Neben allgemeinen Zeichen einer Infektion können Symptome einer valvulären oder ischämischen Herzinsuffizienz auftreten.

Das klinische Bild eines Patienten mit akuter IE sieht wie folgt aus:

6 Diagnostik

Die wichtigsten Elemente bei der Diagnostik der Endokarditis bilden die Echokardiographie und die Mikrobiologie, genauer die Abnahme von Blutkulturen. Die Blutkulturen sind mit der Fragestellung "Endokarditis" zu kennzeichnen, da viele Labore in diesem Fall eine längere Bebrütung vornehmen, um langsam wachsende Bakterien nachweisen zu können.

Eine auffällige Echokardiographie gilt aufgrund der hohen Sensitivität als ausreichend für eine Diagnosesicherung, ein unauffälliger Befund hingegen schließt eine Endokarditis nicht aus.

Zur Diagnostik der infektiösen Endokarditis können die Duke-Kriterien angewendet werden.

7 Therapie

Die Therapie der Endokarditis ist vielgestaltig und richtet sich primär nach der Ursache der vorliegenden Erkrankung. Neben Immunsuppressiva kommen Antibiotika oder Antimykotika ebenso zum Einsatz wie der operative Ersatz geschädigter Herzklappen oder die Entfernung von streuenden Entzündungsherden.

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