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C-reaktives Protein

(Weitergeleitet von CRP)

Synonyme: Capsel-reaktives Protein, CRP
Englisch: C-reactive protein, CRP

1 Definition

Das C-reaktive Protein, kurz CRP, ist ein Plasmaprotein, das in der Leber gebildet wird und zu den so genannten Akute-Phase-Proteinen und den Entzündungsparametern zählt.

2 Biochemie

Das CRP-Gen ist beim Menschen auf Chromosom 1, auf den Genloci 1q21-q23 lokalisiert. Es handelt sich um ein Protein aus 224 Aminosäuren mit einem Molekulargewicht von rund 25 kDa. Fünf Monomere lagern sich zu einem scheibenförmigen Pentamer zusammen. Die Bildung von CRP wird unter anderem durch Interleukin-6 (IL-6) reguliert.

3 Physiologie

CRP ist ein Bestandteil des Immunsystems und setzt humorale und zelluläre Abwehrmechanismen in Gang. Es gehört zu den Opsoninen, die das Komplementsystem aktivieren. CRP bindet dabei an Phosphocholin, einen essentiellen Bestandteil der Phospholipide von Zellmembranen. Dadurch kann sich CRP an Bakterien und die Membranbestandteile zerstörter Körperzellen anlagern. Das gebundene CRP aktiviert das Komplementsystem und wird von Makrophagen erkannt, die Rezeptoren für CRP besitzen.

siehe auch: Unspezifische Immunreaktion

4 Referenzbereich

CRP kommt in geringen Mengen auch im Blutplasma gesunder Menschen vor. Als Grenzwert gilt bei Erwachsenen:

  • 5 mg/l bzw. 0,5 mg/dl

Ausschlaggebend ist der vom Labor angegebene Referenzwert, der abhängig von der Analysemethode ist. Üblicherweise wird das C-reaktive Protein durch Lasernephelometrie bestimmt.

Bei schweren Infektionen und Verbrennungen kann der CRP-Wert auf über 400 mg/L erhöht sein. Höchste Werte werden zum Beispiel bei einer Sepsis mit gramnegativen Erregern wie Escherichia coli erreicht.

5 Interpretation

5.1 Infektionen

Das C-reaktives Protein ist erhöht bei akuten Entzündungsprozessen, z.B. Pneumonie, Meningitis, Pyelonephritis, Appendizitis, Cholezystitis, Divertikulitis etc.. Bei Entzündungen von Hohlorganen, insbesondere Zystitis, ist der CRP-Anstieg meist weniger ausgeprägt.

Ein erhöhter Wert sollte immer durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden. Der Anstieg des CRP-Wertes bei einer Infektion erfolgt bereits nach etwa 6-8 Stunden und kann das 10-100fache des Referenzwertes erreichen.

Eine mäßige Erhöhung (10-40 mg/l) findet man bei Virusinfekten, geringgradigen Entzündungen und in der Schwangerschaft. Eine sichere Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infektionen ist anhand des CRP-Wertes nicht möglich.

Parasitosen erbringen ebenfalls nur geringe CRP-Werte bis maximal 50mg/l. Höhere Werte (40-200 mg/L) weisen auf eine aktive Entzündung oder eine bakterielle Infektion hin.

5.2 Nichtinfektiöse Entzündungen

Auch bei Entzündungsreaktionen, die nicht durch Infektionen verursacht werden, kann das CRP teilweise deutlich erhöht sein. Hierzu zählen:

5.3 Risikofaktor

Darüber hinaus wird CRP zusammen mit IL-6 als Risikoindikator für Arteriosklerose, Insulinresistenz und das Metabolische Syndrom eingestuft. Hierbei werden geringe Erhöhungen untersucht, die sich innerhalb oder nur wenig über dem Normbereich bewegen. Hierfür wurden abgewandelte Testprotokolle entwickelt, die als hochsensitives CRP bezeichnet werden.

6 Aussagefähigkeit

Das C-reaktive Protein ist ein unspezifischer Laborparameter für akute entzündliche Erkrankungen infektiöser und nicht-infektiöser Ursache und kann als Hinweis auf den Schweregrad einer Entzündung gewertet werden. Der deutlichste Anstieg zeigt sich bei bakteriellen Infektionen.

Der CRP-Wert kann bereits erhöht sein, wenn noch kein Fieber oder eine Leukozytose aufgetreten ist. Umgekehrt sinkt das CRP nach Abklingen einer Entzündung rasch wieder auf den Normalwert. Die CRP-Konzentration hinkt im Verlauf anderen Entzündungsparametern wie Procalcitonin, Interleukin-6, oder LBP typischerweise hinterher.

Bei Leberinsuffizienz kann ein erwarteter CRP-Anstieg ausbleiben, weil keine Synthesekapazität mehr zur Verfügung steht.

In der Neonatologie ist das CRP als Entzündungsparameter nicht geeignet, da der Anstieg bei Früh- und Neugeborenen zu langsam erfolgt.

Hallo Frau Batel, vielen Dank für den Hinweis. Die entsprechende Stelle im Text ist angepasst. Sie können Fehler übrigens gerne selbst korrigeren. Das Flexikon ist ein Mitmachservice, bei dem sich jeder User beteiligen kann. Einfach oben rechts auf Bearbeiten klicken und den Text anpassen. Bei Fragen können Sie sich gerne an mich wenden. Viele Grüße
#2 am 11.03.2016 von Dr. Carina Hönscher
Hallo, die oben genannte Aussage mit einer " gramnegativen Sepsis mit Staph aureus " ist leider nicht korrekt! Entweder eine Sepsis mit grabnegativen Keimen oder grabpositiven... Staph aureus ist grampositiv !!!!!!
#1 am 11.03.2016 von Janina Batel (Medizinisch-Technischer Assistent)

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