Vom 10.10 bis 22.10.2017 steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Pilocarpin

Handelsnamen: Salagen®, Spersacarpin® u.a.

1 Definition

Pilocarpin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der direkten Parasympathomimetika.

2 Indikationen

3 Allgemeines

Beim Wirkstoff Pilocarpin handelt es sich um ein Analogon des Acetylcholins. Es ist ein Alkaloid, das in den Blättern der Pflanze Paraguay-Jaborandi vorkommt. Chemisch gesehen ist Pilocarpin ein tertiäres Amin, das ZNS-gängig ist.

4 Wirkmechanismus

Pilocarpin imitiert die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin. So bindet es an Muskarinrezeptoren und beeinflusst folglich direkt den Parasympathikus. Bei der Behandlung des Glaukoms kommt es dadurch zu einem verminderten Augeninnendruck, da die Kammerwasser-ableitenden Wege erweitert werden. Auch eine Pupillenverengung, also eine Miosis, tritt durch Kontraktion des Musculus sphincter pupillae ein. Zusätzlich wird die Speichelproduktion gesteigert.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Eine Gefahr der Überdosierung von Pilocarpin ist äußerst gering, da es meist lokal appliziert wird und somit systemische Nebenwirkungen gering gehalten werden.

6 Kontraindikationen

7 Toxikologie

Pilocarpin wirkt in einer Dosis von ca. 20 mg toxisch, Mengen ab ca. 60 mg (peroral) sind letal. Symptome einer Vergiftung sind Miosis, Schweißausbruch, Erbrechen und Tod durch zentrale Atemlähmung oder Herzstillstand.

7.1 Therapie der Vergiftung

Zunächst ist die Resorption des Giftes durch Gabe von Aktivkohle zu vermindern. Als spezifisches Antidot kommt Atropin zu 1-2 mg intramuskulär, ggf. intravenös, in Betracht. Die Möglichkeit der künstlichen Beatmung ist sicherzustellen. Bei Krämpfen kann Diazepam intravenös verabreicht werden (bis zu 20 mg).

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