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Summer Break: Keine Edits vom 16. bis 31. August.Geht mal raus zum Baden!
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Geht mal raus zum Baden!
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Summer Break

Liebe Autoren,
Wir sind an den Strand gefahren. Denn auch unsere fleißigen Lektoren brauchen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon von 16. bis 31. August 2014 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 1. September kann wieder mit voller Kraft ergänzt und geändert werden.

Unser Tipp: Geht auch mal schwimmen. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr wieder kommt!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Harnblase

von lateinisch: vesica - Blase; urina - Harn
Synonyme: Blase, Vesica urinaria, Cystis
Englisch: urinary bladder

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die Harnblase ist ein dehnbares Hohlorgan im Bereich des kleinen Beckens, das der Speicherung des Urins dient.

2 Anatomie

Die Harnblase befindet sich im kleinen Becken und weist nur an ihrer kranialen und dorsokranialen Seite im Bereich des Apex vesicae und einem Teil des Corpus vesicae einen Überzug aus Peritoneum auf. Anatomisch unterscheidet man verschiedene Bereiche:

Die beiden Ureteren (Harnleiter) münden seitlich in die Harnblase. Da sie über eine Strecke von etwa 2 cm intramural verlaufen, zeichnen sie sich innen als Schleimhautaufwerfungen (Columnae uretericae) ab. Die Mündungsstellen bezeichnet man als Ureterostien oder Ostia ureterum. Die beiden Ostien werden durch eine quer verlaufende Schleimhautfalte, die Plica interureterica, miteinander verbunden.

Die Urethra (Harnröhre) ist die Verlängerung des Cervix: An dieser Stelle befindet sich das sogenannte Blasenzäpfchen (Uvula vesicae), das die Blase von dorsal her gegenüber der Urethra abdichtet und somit dem Kontinenzerhalt dient. Durch die topographische Beziehung zur Prostata ist es beim Mann prominenter.

Die Harnblase wird kaudal vom Beckenboden in ihrer Lage gehalten. Darüber hinaus ist sie an verschiedenen bandartigen Bauchfellduplikaturen befestigt. Dazu zählen:

Alle drei Bänder laufen als Teil des Peritoneum parietale zum Bauchnabel, nachdem sie das kleine Becken verlassen haben.

Des weiteren wird die Harnblase durch drei Muskel-Band-Apparate in ihrer Lage gehalten:

2.1 Innervation

Die Blase erhält ihre nervale Innervation von Ästen des Sympathikus aus den Segmenten Th12 - L2 und von Fasern des Parasympathikus aus den Segmenten S2 bis S4. Diese Fasern bilden in der Blasenwand einen eigenen Nervenplexus, den Plexus vesicalis.

2.2 Arterielle Versorgung

Die arterielle Versorgung der Harnblase erfolgt über die Arteria vesicalis superior aus der Arteria umbilicalis und der Arteria vesicalis inferior, die aus der Arteria iliaca interna entspringt. Sowohl die Arteria rectalis media sowie die Arteria pudenda interna können kleinere Arterien beitragen.

2.3 Venöser Abfluss

Der venöse Abfluss aus der Harnblasenwand erfolgt über den Plexus venosus vesicalis in die Vena iliaca interna.

3 Histologie

Die Harnblase ist in ihrem Lumen von Urothel ausgekleidet, das einer dünnen Bindegewebeschicht aufsitzt. Eine Tunica muscularis unterstützt durch ihre Kontraktionen die Blasenentleerung.

4 Topographie

An der kranialen und dorsokranialen Seite ist die Blase von Peritoneum überzogen. Beim ventralen Übergang des Peritoneums entsteht dabei das Spatium retropubicum, beim dorsalen Übergang die Excavatio rectouterina bzw. rectovesicalis. Ventral der Harnblase liegt die Symphyse, kaudal Faszien des Musculus levator ani.

5 Funktion

Die Blase dient dem Sammeln des Sekundärharns nach der Nierenpassage und ist in der Lage, etwa 500 ml Flüssigkeit zu speichern; allerdings nehmen bereits bei halber Füllung die Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand eine zunehmende Wandspannung wahr und führen somit zum Reiz, Wasser lassen zu müssen (siehe Miktion). Das maximale Fassungsvermögen ist abhängig von der Körpergröße und beträgt zwischen 900 und 1500 ml.

6 Pathophysiologie

Die Blase kann eine Reihe von krankheitsbedingten oder angeborenen Fehlbildungen aufweisen (beispielsweise die Vesica fibrosa). Bei einem Harnstau (beispielsweise aufgrund einer Prostatahyperplasie) kann es zu einer zunehmenden Dehnung der Blase (bis hin zur Vesica gigantea) und zu inkompletter Entleerung kommen (Restharn).

Bei fortgeleiteten Harnwegsinfekten kann auch die Blase im Rahmen einer Zystitis mit einbezogen werden.

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