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Summer Break

Liebe Autoren,

es ist leider wahr: Wir sind einfach an den Strand gefahren, ohne euch Bescheid zu sagen. Denn auch unsere fleißigen Lektoren brauchen mal eine Pause. Deswegen steht das Flexikon von 24.07. bis 12.08.2015 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 13. August kann wieder herzhaft ergänzt und geändert werden.

Unser Tipp: Geht auch mal schwimmen. Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr bald wieder kommt!

Bis bald
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Harnwegsinfekt

Synonyme: Harnwegsinfektion, Bakterielle Harnwegsentzündung
Englisch: urinary tract infection

1 Definition

Ein Harnwegsinfekt ist eine durch Krankheitserreger verursachte Infektion der ableitenden Harnwege.

2 Epidemiologie

Wegen der deutlich kürzeren Harnröhre sind Harnwegsinfekte bei Frauen sehr viel häufiger als bei Männern. Harnwegsinfekte sind die häufigsten Nosokomialinfektionen.

3 Einteilung

3.1 ...nach Lokalisation

  • oberer Harnwegsinfekt
  • unterer Harnwegsinfekt

3.2 ...nach Ursprung der Infektion

Man unterscheidet, auch wegen des unterschiedlichen Erregerspektrums:

  • ambulant erworbener Harnwegsinfekt
  • nosokomialer Harnwegsinfekt

3.3 ...nach Begleitumständen

  • komplizierter Harnwegsinfekt: Es liegen bestimmte Umstände seitens des Patienten vor (z.B. anatomische Hindernisse wie eine Harnröhrenstriktur), die einen Harnaufstau oder eine chronische Entzündung verursachen.
  • unkomplizierter Harnwegsinfekt: Harnwegsinfekt bei anatomisch unauffälligen, normal geformten Harnwegen (z.B. "Honeymoon-Cystitis"). Die Infektion ist durch die Virulenz des Erregers bedingt, die Verhältnisse beim Patienten sind normal.

4 Ätiologie und Pathogenese

Für Harnwegsinfekte ist ein aszendierender Verlauf typisch. Die Keime (in der Regel Bakterien) gelangen durch Schmierinfektion zur äußeren Harnröhrenöffnung (Orificium urethrae externum) und wandern die Harnröhre (Urethra) hinauf in die Harnblase, wo sie zu einer Zystitis führen. Die Keime können der körpereigenen Darmflora entstammen oder vom Partner beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Das Eindringen der Keime kann durch unzureichende Intimhygiene erleichtert werden.

Für Harnwegsinfektionen sind in 85% der Fälle Enterobacteriaceae und Enterokokken verantwortlich, in erster Linie:

Weitere Erreger sind Staphylokokken, Mykoplasmen, Ureaplasmen, Pseudomonas aeruginosa, Candida albicans oder Viren.

Nosokomialinfektionen werden häufig durch das Legen von transurethralen Blasendauerkathetern (zu 90%) verursacht.

5 Komplikationen

Beim Fortschreiten der aufsteigenden Infektion kann es zu einer Pyelonephritis und schließlich zu einer Blutvergiftung (Urosepsis) kommen.

6 Klinik

Typische Symptome eines Harnwegsinfektes beim Erwachsenen sind Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen (Algurie, Dysurie), häufiges Wasserlassen (Pollakisurie) und Harndrang ohne Urinentleerung. Bei oberen Harnwegsinfekten (z.B. Nierenbeckenentzündung) können Fieber und Klopfschmerzhaftigkeit der Nierenlager hinzutreten. Nicht selten kann ein Harnwegsinfekt jedoch auch asymptomatisch bleiben.

7 Diagnostik

Bei Fieber werden zusätzliche Blutuntersuchungen (z.B. BSG, Blutbild, Blutkultur) notwendig.

8 Therapie

Im Hinblick auf die Flüssigkeitsbilanz ist bei symptomatischer Herzinsuffizienz, fortgeschrittener Niereninsuffizienz und dekompensierter Leberzirrhose Vorsicht geboten.

9 Prophylaxe

Das Risiko von Harnwegsinfekte kann durch einfache Hygienemaßnahmen vermindert werden. Dazu zählen:

  • Insbesondere bei Frauen das Abwischen von Harnröhrenausgang und After immer von vorne nach hinten
  • Wasserlassen unmittelbar nach dem Koitus

mod. nach Wikipedia

Fachgebiete: Urologie

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