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Nervus opticus

Synonyme: Sehnerv, 2. Hirnnerv, Nervus II
Englisch: optic nerve

1 Definition

Der Nervus opticus ist der zweite Hirnnerv und bildet den mittleren Abschnitt der Sehbahn. Er ermöglicht das Sehen durch Weiterleitung der in der Retina entstehenden Erregungen in das Gehirn.

2 Entstehung

Die Axone der Ganglienzellen der Netzhaut vereinigen sich zum Sehnerv. Da das Auge entwicklungsgeschichtlich zum Gehirn gehört, kann auch der Sehnerv als ein Teil des Gehirns betrachtet werden. Ab dem Eintritt in den Sehnerv sind die Nervenfasern von Myelinhüllen der Oligodendrozyten ummantelt, welche die Leitungsgeschwindigkeit erhöhen.

3 Verlauf

3.1 Netzhaut

Nachdem sich die Axone zum Sehnerv vereinigt haben, verlässt dieser die Netzhaut in der Sehnervpapille Discus nervi optici. Da sich an dieser Stelle keine Sinneszellen befinden, bezeichnet man sie auch als Blinder Fleck. Von der Austrittsstelle an wird der Nerv von Markscheiden umgeben.

3.2 Augenhöhle

Während seines Verlaufs in der Augenhöhle ist er in Fett eingebettet und ermöglicht der Arteria centralis retinae und der Vena centralis retinae, die in ihn eintreten, den Zugang zur Netzhaut. Der Sehnenring (Anulus tendineus communis) der Augenmuskeln umgibt ihn beim Verlassen der Augenhöhle.

3.3 Keilbein

Der Sehnerv tritt schließlich in den Canalis opticus des Keilbeins ein, in dem er von der Arteria ophthalmica begleitet wird.

3.4 Schädelhöhle

In der Schädelhöhle, in der die Nerven im Subarachnoidalraum laufen, überkreuzen sich die nasalen Fasern des Nervs im Chiasma opticum vor dem Hypophysenstiel. Der aus dieser Überkreuzung entstandene Tractus opticus zieht zum Zwischenhirn.

4 Physiologie

Tierexperimentelle Forschungen zeigen, dass die Informationsübertragung im Sehnerv eine Bandbreite besitzt, die der einer DSL-Leitung entspricht. Die menschliche Sehnerv übermittelt etwa 1 Mbit/s vom Auge zum Gehirn. Die Ganglienzellen der Retina, die den Nervus opticus bilden, enthalten vor allem Glutamat als Neurotransmitter.

5 Pathologie

Wird ein Sehnerv komplett zerstört, ist das betroffene Auge blind. Kommt es zur Schädigung des Mittelteils der Sehnervkreuzung, leidet der Patient unter einer heteronymen Hemianopsie. Die kontralaterale Hemianopsie tritt auf, wenn ein Sehstrang (Tractus opticus) zerstört worden ist.

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Fachgebiete: Kopf und Hals, Sehorgan

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