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Subarachnoidalraum

Synonyme: Cavum subarachnoidale, Spatium subarachnoidale
Englisch: subarachnoid space

1 Definition

Der Subarachnoidalraum ist ein Spaltraum zwischen der Arachnoidea mater und der Pia mater. Da in ihm der Liquor zirkuliert, wird er auch als äußerer Liquorraum bezeichnet.

2 Anatomie

Der Subarachnoidalraum ist der größte zusammenhängende äußere Liqorraum. Im Subarachnoidalraum zwischen Arachnoidea und Pia mater liegen die zahlreichen oberflächlichen Arterien und Venen des Gehirns und Rückenmarks. Eine Ausnahme stellen die Brückenvenen dar, die vom Subarachnoidalraum durch Arachnoidea und Dura mater in die Sinus durae matris ziehen.

Der Subarachnoidalraum steht über die Apertura lateralis und die Apertura mediana des 4. Hirnventrikels mit dem inneren Liquorraum in Verbindung, der von den Hirnventrikeln geformt wird. Durch die Pia mater ist er vom Virchow-Robin-Raum (Spatium perivasculare) getrennt, der sich entlang der Gefäße fortsetzt, die in das Innere des Gehirns ziehen.

Die Arachnoidea überspannt die Vertiefungen (Sulci und Fissuren) des Großhirns. Daraus ergeben sich liquorgefüllte Erweiterungen des Subarachnoidalraums, die Liquorzisternen. Zu den wichtigsten Zisternen gehören:

Eine weitere wichtige Zisterne liegt am kausalen Ende des Rückenmarks, die Cisterna lumbalis.

3 Klinik

3.1 Subarachnoidalblutung

Unter pathologischen Bedingungen können bei sog. Subarachnoidalblutungen (SAB) in den Zisternen Blutansammlungen nachgewiesen werden. Die SAB ist die häufigste nicht hypertoniebedingte Gehirnblutung. Sie entsteht meist infolge einer Ruptur von Aneurysmen und macht etwa 6–20 % aller spontanen intrazerebralen Blutungen aus. Eine SAB entsteht bevorzugt im Bereich des Circulus arteriosus Willisii und in den proximalen Abschnitten der Arteria cerebri anterior (v.a. Ramus communicans anterior) und Arteria cerebri media. Eine Ruptur von Subarachnoidalarterien oder eines Aneurysmas kann z.B. durch plötzliche Blutdruckanstiege oder heftiges Pressen ausgelöst werden. Aber auch ein Schädel-Hirn-Trauma kann eine SAB verursachen (traumatische SAB).

3.2 Lumbalpunktion

Zur Gewinnung von Liquor zu diagnostischen Zwecken wird eine Liquorpunktion durchgeführt. Die vorwiegend benutzte Stelle für die Liquorentnahme befindet sich im Bereich der Cauda equina. Die Entnahme erfolgt aus der Cisterna lumbalis des Subarachnoidalraums. Man geht meist mit der Nadel zwischen den Laminae der Wirbelkörper L3 und L4 oder L4 und L5 ein. Der Bereich um die Cauda equina ist liquorgefüllt, denn der Spinalkanal mit Dura mater und Arachnoidea ist länger als das Rückenmark, das bei LWK 1/2 endet. Bei Punktion in Höhe LWK 3/4 ist daher keine Verletzungsgefahr für das Rückenmark vorhanden. Bei umsichtiger Punktion weichen die Faserstränge der Cauda equina (Vorder- und Hinterwurzeln der lumbosakralen Segmente) der Kanüle aus.

Bei kleinen Kindern reicht das Rückenmark im Spinalkanal weiter nach kaudal. Hier kommt wegen der Verletzungsgefahr der Medulla oblongata jedoch nur in Ausnahmefällen eventuell eine Subokzipitalpunktion in Frage. Aus der Cisterna cerebellomedullaris kann Liquor entnommen werden, wenn man mit der Punktionsnadel direkt kaudal vom Hinterhaupt einsticht. Für die Liquorentnahme muss man nach der Nackenmuskulatur die Membrana atlantooccipitalis, die Dura mater und die Arachnoidea in parietal-rostraler Richtung durchstechen.

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