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Laktat

Englisch: lactate

1 Definition

Laktat ist das Anion der α-Hydroxy-Propionsäure (Milchsäure) mit der Formel:

  • CH3–HCOH–COO-
    (Strukturformel – Fischer-Projektion des in der Glykolyse entstehenden L-Milchsäure-Anions):
        COO
        |   
HO– C – 
        |   
    – C –  
        |

2 Physiologie

Laktat fällt als Endprodukt der anaeroben Glykolyse an und kann über den Cori-Zyklus zur Leber transportiert und wieder zur Gluconeogenese verwendet werden. In geringerem Umfang ist auch die Niere zur Glukoneogenese befähigt.

Das Herz ist in der Lage, Laktat aus dem Blut aufzunehmen und zu reoxidieren. Unter hoher Belastung deckt es so bis zu 60% seines Energiebedarfs. Voraussetzung dazu ist allerdings eine ausreichende Sauerstoffversorgung über die Koronargefäße.

Obsolet erscheint mittlerweile, dass eine Laktatanhäufung im Rahmen des anaeroben Muskelstoffwechsels zu Muskelkater führt. Man geht eher davon aus, dass die Überanstrengung des Muskels Minirisse in den Mikrofilamenten hervorruft und dass eine lokale Entzündungsreaktion mit Ödembildung zu den mit Muskelkater verbundenen Schmerzgefühlen führt.

3 Klinik

Hypoxie aufgrund verschiedener Ursachen (z.B. Lungenfunktionsstörung, schwere Anämie, Herzinsuffizienz, Schock, Kohlenmonoxidvergiftung) führt zu einem erhöhten Laktatspiegel. Den gleichen Effekt hat eine Minderperfusion von Geweben bei Gefäßverschluß, Verletzungen oder Verbrennungen. Die Höhe des Laktatspiegels ist proportional zur Schwere der Erkrankung und bestimmt die Prognose. Bei gleichzeitig vermindertem pH-Wert spricht man von Laktatazidose.

Nach schwerer Muskelarbeit – auch epileptischen Anfällen - ist die Laktatkonzentration physiologisch erhöht, diese physiologische Erhöhung ist rasch rückläufig. Bei Verwendung von Laktat-haltigen Infusionslösungen kann eine sekundäre Hyperlaktatämie auftreten, diese ist ebenfalls rasch rückläufig.

4 Labordiagnostik

Die Laktatkonzentration kann in Vollblut, Plasma oder Liquor bestimmt werden. In Vollblut sind die Werte niedriger als in Plasma, da Laktatkonzentration in Erythrozyten nur etwa 60% der Plasmakonzentration beträgt.

Um beurteilen zu können, ob eine Lakatatazidose vorliegt, sollte zusammen mit der Laktatspiegel-Bestimmung eine Blutgasanalyse durchgeführt werden. Blutproben für die Laktatmessung müssen wie bei Blutzuckermessungen einen Glykolyseinhibitor enthalten, in diesem Material bei Raumtemperatur ca. 8 h stabil.

In zellarmem Liquor ist der Laktatspiegel ca. 3 h stabil. Zellreicher Liquor (> 1.000 Leukozyten/µl) müsste für eine valide Laktatmessung ebenfalls in Fluorid-Röhrchen abgenommen werden, der Wert ist abhängig von Material und Transportzeit evtl. nicht aussagekräftig.

Venöse Stauung und Pumpen mit der Hand, um die Venenfüllung zu verbessern, führen zu erhöhten Laktatwerten (Präanalytik).

Danke für die Info, habe sie in den Text eingebaut.
#2 am 19.02.2015 von Dr. med. Norbert Ostendorf (Arzt)
Lactat wird zumindest in der Sportmedizin sehr häufig im Vollblut gemessen, nicht im Plasma. Diese Werte sind deutlich niedriger, da die Erythrozytenkonzentration nur etwa 60% der Plasmakonzentration beträgt.
#1 am 09.02.2015 von Prof. Dr. Dieter Böning (Arzt)

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