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Virushepatitis

Synonym: Virale Hepatitis
Englisch: viral hepatitis

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Die Virushepatitis ist als systemische Virusinfektion mit überwiegender Entzündung der Leber definiert. Eine Virushepatitis wird durch Hepatitisviren hervorgerufen.

2 Ätiologie

Eine Virushepatitis wird insbesondere durch die Hepatitisviren A-E hervorgerufen und entsprechend bezeichnet:

Weiterhin gibt es in etwa 5% der Fälle typische Virushepatitiden mit Viren, die als Hepatitis-F-Virus und Hepatitis-G-Virus bezeichnet werden.

  • CAVE: Abzugrenzen sind systemische Virusinfektionen, welche die Leber nicht hauptsächlich schädigen, jedoch im Krankheitsverlauf zu einer begleitenden Hepatitis führen können (z.B. Gelbfieber; siehe auch: Hepatitis).

Hepatitisviren schädigen zumeist nicht die Hepatozyten selbst, sondern verändern die Oberflächenantigenstrukturen, sodass körpereigene T-Lymphozyten die Hepatozyten attackieren.

3 Pathohistologe

Bei einer Virushepatitis sieht man im histologischen Schnitt Leberzellnekrosen, welche - abhängig vom Erreger und vom Schweregrad der Erkrankung - die Form von Einzelzellnekrosen, multilobulären Nekrosen oder Mottenfraßnekrosen annehmen können.

4 Symptomatik

Die einzelnen Hepatitisformen zeigen im Akutstadium eine ähnliche Symptomatik. Unterschiede bestehen in der Wahrscheinlichkeit der Chronifizierung. Eine chronische Hepatitis tritt bei Hepatitis B und C eher auf als bei der Hepatitis A.

Nach der Erstinfektion mit einem Hepatitisvirus kommt es in der Regel zu eine über Tage bis Wochen andauerndes Prodromalstadium mit unspezifischer, oft auch milder Symptomatik bestehend aus:

Die Zuordnung dieser inkonstanten Symptomatik zu einer Hepatitis ist schwierig und gelingt daher selten.

4.1 Verlaufsformen

Die Manifestation der Virushepatitis kann in unterschiedlicher Art und Weise erfolgen. Gängige Verlaufsformen und ihre Charakteristika sind:

  • Asymptomatischer Verlauf: Fast die Hälfte der Virushepatitiden zeigt keinen Ikterus (anikterischer Verlauf) und keine leberspezifische Symptomatik, sodass eine Diagnose erst im Nachhinein aus der Serokonversion geschlossen werden kann.
  • Fulminante Hepatitis: Die fulminante Hepatitis kommt in verschieden hohen Raten vor und verläuft mit schweren brückenbildenden Nekrosen und Leberversagen. Die Leber verkleinert sich im Verlauf der Erkrankung und büßt zunehmend ihre Syntheseleistung ein. Die Letalität ist hoch und liegt bei etwa 60 %. Als subakute Hepatitis wird ein über Monate hinweg progredienter Verlauf bezeichnet, der eine niedrigere Letalität aufweist (ca. 20%).
  • Cholestatischer Verlauf: Bei ca. 5% der Virushepatitiden kommt es zu einer intrahepatischen Cholestase. Der Stuhl ist entfärbt, der Urin dunkel. Die Gamma-GT und die alkalische Phosphatase sind erhöht.
  • Rezidivierende Hepatitis: Bei bis zu 20% der Hepatitiden kommt es nach Abheilung zu einem Rezidiv. Dazu können eine Immunsuppression, Alkoholgenuss und toxische Schädigungen der Leber beitragen.
  • Chronische Hepatitis: Bei Hepatitis B, C und D kann es in variablem Ausmaß zur Chronifizierung kommen, welche durch eine Erhöhung der Transaminasen über 6 Monate gekennzeichnet ist.

4.2 Weitere Organbeteiligung

Selten kommt es im Verlauf einer Virushepatitis (v.a. Hepatitis B) zur Beteiligung weiterer Organe. Manifestationen können unter anderem sein:

5 Diagnostik

Leitbefund ist eine Erhöhung der Transaminasen auf das 15-20-fache des Maximalwertes. Zudem kommt es regelhaft zu einer Hyperbilrubinämie und dem Nachweis von Bilirubin und Urobilinogen im Urin.

Weitere Laborbefunde sind:

Bei einer fulminanten Hepatitis kommt es neben den klinischen Zeichen des Leberversagens zu einer Verminderung der Cholinesterase, des Quick-Wertes und des Albumins.

Zur Diagnose der Form der Hepatitis müssen in der Serologie spezifische Antikörper oder Virusbestandteile per PCR nachgewiesen werden. In Abgrenzung zu einer Autoimmunhepatitis können Autoantikörper (u.a. ANA, Lebermembranantikörper) bestimmt werden.

6 Therapieprinzipien

Bei Zeichen einer fulminanten Hepatitis sollte eine intensivmedizinische Betreuung eingeleitet werden. Weiterhin sollte ein starkes Erbrechen mit Dehydratation und Alkalose bei Bedarf stationär behandelt werden. Eine spezifische antivirale Therapie ist nicht für alle Hepatitisviren etabliert und muss individuell entschieden werden.

Allgemeine Therapieprinzipien sind:

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Prof. Dr. O. Michel schreibt seit dem 12.02.2004 im Flexikon, hat bereits 144 neue Artikel publiziert und 218 Artikeldetails verbessert.

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