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Pankreas

von griechisch: pánkreas, pán - "alles", kréas - "Fleisch"
Synonym: Bauchspeicheldrüse
Englisch: pancreas

1 Definition

Das Pankreas ist ein quer im Oberbauch liegendes Drüsenorgan des Menschen, das Verdauungsenzyme und Hormone produziert.

2 Anatomie

2.1 Aufbau

Das Pankreas ist ein ca. 14-18 cm langes und 70-100 g schweres, keilförmig gebautes Organ, das in unregelmäßige Läppchen unterteilt ist. Es liegt retroperitoneal zwischen Magen und den großen Bauchgefäßen (Aorta und Vena cava inferior) auf Höhe des 2. Lendenwirbels und steht in enger Beziehung zum Zwölffingerdarm, der den Pankreaskopf umfasst.

Die Bauchspeicheldrüse wird grob in drei Abschnitte unterteilt:

  • Caput pancreatis: Der Pankreaskopf ist der dickste Teil der Bauchspeicheldrüse, er liegt rechts von der Wirbelsäule im Duodenalbogen. Er besitzt einen hakenförmigen Fortsatz (Processus uncinatus), der die Arteria mesenterica superior umgreift. Sie tritt an dieser Stelle (Incisura pancreatis) von dorsal auf die Vorderseite des Pankreas.
  • Corpus pancreatis: Der längliche, horizontal verlaufende Körper der Bauchspeicheldrüse liegt in etwa auf Höhe von LWK I-II. Seine hintere Seite ist mit der dorsalen Bauchwand verwachsen, jedoch ist die ventrale Seite von Peritoneum überzogen und bildet somit die dorsale Wand der Bursa omentalis. Als Tuber omentale wird der vor der Aorta abdominalis liegende Teil des Corpus genannt, welcher sich in die Bursa omentalis vorwölbt.
  • Cauda pancreatis: Der Pankreasschwanz verjüngt sich, während er leicht nach kranial-links bis zur Milz reicht.

Aufgrund seiner Funktion als Verdauungsdrüse besitzt das Pankreas einen Ausführungsgang, den Ductus pancreaticus (Ductus Wirsungianus), der gemeinsam mit dem von Leber und Gallenblase kommenden Hauptgallengang (Ductus choledochus) oder nahe diesem in einer warzenförmigen Erhebung - der sog. Papilla duodeni major - in den Zwölffingerdarm mündet. Dieser Ausführungsgang ist ca 2mm weit und nimmt die aus den Pankreasläppchen führenden kurzen, senkrechten Zuflüsse auf. Mintunter ist auch ein weiterer Pankreasgang vorhanden, der Ductus pancreaticus accessorius, welcher auf der Papilla duodeni minor mündet.

2.2 Arterielle Versorgung

Das Pankreas wird arteriell versorgt aus:

Die beiden Arteriae pancreaticoduodenales anastomosieren im Pankreasstromgebiet, damit besteht ein Kollateralkreislauf zwischen dem Truncus coeliacus und der Arteria mesenterica superior.

2.3 Venöse Abflüsse

Der venöse Abfluss des Pankreas erfolgt über die Venae pancreaticoduodenales, welche u.a. in die Vena mesenterica superior münden. Kleinere Venen an der Dorsalseite des Pankreas (Venae pancreaticae) münden zudem in die Vena lienalis.

2.4 Nervöse Versorgung

Die Bauchspeicheldrüse wird wie andere Bauchorgane durch das vegetative Nervensystem versorgt. Die parasympathische Versorgung erfolgt durch Fasern des Nervus vagus. Die sympathische Versorgung wird von Fasern aus dem Ganglion coeliacum übernommen.

3 Funktion

Das Pankreas hat sowohl exokrine, als auch endokrine Funktionen.

3.1 Exokrine Funktion

Das exokrine Pankreas ist eine rein seröse Drüse. Sie stellt die wichtigste Verdauungsdrüse des Menschen dar und sezerniert zahlreiche Verdauungsenzyme bzw. Proenzyme. Die Menge und Zusammensetzung des Pankreassekrets hängt von der Art der aufgenommenen Nahrung ab. Beim Menschen können bis zu 1,5 Liter Sekret täglich produziert werden. Das Sekret enthält unter anderem:

Insbesondere die Proteasen liegen innerhalb der Drüse zunächst in einer inaktiven Form vor, um eine Selbstverdauung des Drüsegewebes zu vermeiden. Sie werden erst im Duodenum aktiviert.

3.2 Endokrine Funktion

Neben dieser exokrinen Drüsenfunktion werden vom endokrinen Drüsenanteil auch Hormone direkt ins Blut abgegeben: Ungefähr 5% der Zellen sind inselförmig zu so genannten Langerhans-Inseln zusammengefasst und werden insgesamt als Inselapparat bezeichnet. Dieser ist über das ganze Pankreas, hauptsächlich aber auf den Körper und den Schwanz des Pankreas verteilt. Abhängig vom produzierten Hormon unterscheidet man:

Zelltyp Produziertes Hormon Anteil an den humanen Inselzellen
α-Zellen Glucagon 15–20 %
β-Zellen Insulin 60–80 %
δ-Zellen Somatostatin 5–15 %
PP-Zellen Pankreatisches Polypeptid
ε-Zellen Ghrelin

4 Klinik

4.1 Erkrankungen

Erkrankungen der Pankreas sind:

4.2 Untersuchungsmethoden

Neben der Anamnese spielt die laborchemische Untersuchung des Blutes bei Pankreaserkrankungen zur Bestimmung der Blutkonzentration von Amylase und Lipase eine herausragende Rolle. Daneben sind noch die Diagnostik mittels Ultraschall, Computertomografie und Magnetresonanztomografie sowie die ERCP von Bedeutung.

4.3 Chirurgie

Da das Foramen omentale als Zugang zum Pankreas zu klein ist, wird die Bursa omentalis durch die Durchtrennung des Ligamentum gastrocolicum, Ligamentum hepatogastricum und Ligamentum gastrosplenicum eröffnet, um den operativen Zugang zu ermöglichen.

siehe auch: Verdauung, Alkohol, Diabetes mellitus,

5 Weblinks

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