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Gallenblase

Synonyme: Vesica biliaris, Vesica fellea
Englisch: cholecyst, gall bladder, biliary vesicle, gallbladder

1 Definition

Die Gallenblase dient als Speicherorgan für maximal 30-80 ml Galle. Durch den Entzug von Wasser wird die Galle eingedickt und kann damit vermehrt gespeichert werden.

2 Anatomie

Die Gallenblase ist birnenförmig und liegt an der Unterseite der Leber in der Fossa vesicae felleae. Sie ist mit der Facies visceralis der Leber durch feste Bindegewebszüge (Teile der Glisson-Kapsel) verbunden. Die dem Darm zugewandte Seite ist mit Peritoneum überzogen. Sie ist etwa 8 cm lang und 4-5 cm breit. Sie wird unterteilt in

  • Fundus vesicae biliaris (Gallenblasenboden)
  • Corpus vesicae biliaris (Gallenblasenkörper)
  • Collum vesicae biliaris (Gallenblasenhals)

Im Gallenblasenhals und im Ductus cysticus liegt eine spiralige Schleimhautfalte, die Plica spiralis (Heister-Klappe), die als Verschlussapparat dient und den Abfluss der Galle verhindert.

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2.1 Gefäßversorgung

Die Gallenblase wird durch die Arteria cystica arteriell versorgt. Diese stammt aus dem Ramus dexter der Arteria hepatica propria. Die gleichnamigen Venen münden im Ligamentum hepatoduodenale in die Pfortader.

2.2 Innervation

Die Gallengänge und die Gallenblase werden vom Plexus hepaticus, der aus dem Plexus coeliacus gespeist wird, vegetativ innerviert. Die hormonell induzierte Kontraktion der Gallenblasenmuskulatur und die Erschlaffung des Verschlussapparates werden durch die autonome Stimulation der Gallenblase bzw. Gallenwege verstärkt. Der Plexus hepaticus enthält zudem auch afferente Schmerzfasern. Zusätzlich verlaufen weitere Schmerzafferenzen aus dem Peritoneum über der Gallenblase im rechten Nervus phrenicus aus dem Plexus cervicalis. Dies ist auch der Grund, wieso Schmerzen im Bereich der Gallenblase auch in die rechte Schulter projizieren können (Dermatom C4).

2.3 Palpation

Die Gallenblase kann bei Vergrößerung getastet werden. Sie befindet sich unterhalb des Leberrandes, medial der Klavikularlinie und tritt atemabhängig unter dem rechten Rippenbogen hervor.

Klinische Zeichen bei der Palpation sind das Murphy-Zeichen und das Courvoisier-Zeichen.

3 Histologie

  • Die Gallenblasenwand besteht aus der Tunica mucosa, die ein einschichtiges hochprismatisches Epithel mit zahlreichen Mikrovilli besitzt. Die Epithelzellen produzieren einen glykoproteinhaltigen Schleim, der die Tunica mucosa vor der Galle schützt. Charakteristisch sind die starken, gelegentlich bis zur Tunica muscularis reichenden Einfaltungen der Schleimhaut, die je nach Dehnungszustand ein unterschiedliches Bild aufweisen (Rokitansky-Aschoff-Krypten). Oft sind sogenannte Schleimhautbrücken erkennbar.
  • Eine Lamina muscularis mucosae und eine Tela submucosa fehlen.
  • Die Tunica muscularis besteht aus scherengitterartig geflochtenen Muskelzellen.
  • Die bindegewebige Lamina subserosa bildet einen fließenden Übergang zur Capsula fibrosa (Glisson-Kapsel) der Leber.
  • Die Tunica serosa bedeckt die Bereiche, die nicht mit der Leber verwachsen sind.

4 Physiologie

Die Galle, die in der Leber gebildet wird, gelangt über den Ductus hepaticus communis und den Ductus choledochus zum Duodenum. Wird die Einmündungsstelle durch den Musculus sphincter ampullae hepatopancreaticae geschlossen, so kann die Galle nicht in den Darm abfließen und wird über den Ductus cysticus in die Gallenblase geleitet und hier gespeichert. Eine Entleerung der Gallenblase erfolgt durch Kontraktion der Wandmuskulatur. Die Kontraktion wird durch das von den endokrinen Zellen der Darmwand produzierte Hormon Cholecystokinin-Pancreozymin (CKK) und durch Acetylcholin aus parasympathischen Fasern des Nervus vagus angeregt.

5 Pathophysiologie

Die häufigste Erkrankung der Gallenblase ist das Gallensteinleiden (Cholelithiasis). Es entsteht durch eine Störung im Cholesterinstoffwechsel und tritt bei ca. 15 % der Erwachsenen auf. Gallensteine können eine Gallenkolik verursachen.

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