Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Galle

von griechisch: χολή ("cholé") - Galle
Synonyme: Bilis, Fel, Gallenflüssigkeit
Englisch: Bile

1 Definition

Als Galle bezeichnet man das von den Hepatozyten in die Gallenkanäle der Leber sezernierte, in der Gallenblase gespeicherte und bei Bedarf in das Duodenum abgegebene Sekret.

2 Chemie

Hauptbestandteil der Gallenflüssigkeit ist Wasser (> 80%), in dem verschiedene Substanzen gelöst sind: Neben Elektrolyten sorgen vor allem spezielle Glykoproteine (Muzine) für die dickflüssige Beschaffenheit der Galle; spezielle Lipide, Gallensäuren, Phospholipide und Cholesterin, helfen bei der physiologischen Funktion des Sekretes.

Daneben finden sich in der Galle verschiedene Ausscheidungsprodukte des Körpers, Hormone und Bilirubin, das die bräunlich-gelbe Farbe der Flüssigkeit ausmacht. Zucker ist kein physiologischer Bestandteil. Sollte welcher enthalten sein, so spricht man von einer Glykocholie.

3 Physiologie

Nach der Produktion in der Leber und der Abgabe in die Gallenkanälchen ist die Gallenflüssigkeit dünnflüssig und gelblich (Lebergalle), sie wird dann über den Ductus hepaticus gesammelt und nach Verschluss des Musculus sphincter Oddi über den Ductus cysticus in die Gallenblase zurückgestaut.

In der Gallenblase findet auch eine maximal zehnfache Eindickung durch Entzug von Wasser und Ionen (insbesondere Chlorid) statt (Blasengalle). Neben einer geringen kontinuierlichen Sekretion von Galle in das Lumen des Duodenum wird hormonell vermittelt (beispielsweise durch Cholezystokinin), die Gallenblase zu Kontraktionen angeregt und damit die dickflüssige Galle in den Dünndarm abgegeben. Eine vorzeitige Ausschüttung der Gallenflüssigkeit in den Ductus choledochus (zum Beispiel bei erhöhtem intraabdominellem Druck bei der Defäkation) wird wahrscheinlich durch die im Ductus cysticus vorhandene Plica spiralis (Heister-Klappe) verhindert.

Im Dünndarm bilden die amphiphilen Lipide der Galle, besonders die Gallensäuren und Phospholipide, mit den über die Nahrung aufgenommenen und durch Lipasen gespaltenen Fetten des Darmes Mizellen. Diese Mizellen ermöglichen die Resorption der Lipide im Darm. Im distalen Bereich des Ileums werden die Gallensäuren wieder im sogenannten enterohepatischen Kreislauf aus dem Darmlumen entfernt, über die Portalgefäße in die Leber transportiert und stehen weiter für die Fettverdauung zur Verfügung.

Daneben bildet die Galle eine wichtige Ausscheidungsflüssigkeit, über die metabolisierte Hormone (besonders Steroide) oder das Hämoglobin-Abbauprodukt Bilirubin ausgeschieden werden können.

4 Pathologie

Bei zu hohen Konzentrationen von Cholesterin (beispielsweise Hypercholesterinämien) oder Bilirubin (beispielsweise bei hämolytischer Anämie) in der Galle kann es zu Überschreitungen des Löslichkeitsgleichgewichtes und damit zum Ausfallen dieser Substanzen in den Gallenwegen kommen. Folge sind Konkremente im Gangsystem bis hin zu Cholelithiasis.

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