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Cholelithiasis

Synonym: Gallensteinleiden
Englisch: cholelithiasis

1 Definition

Als Cholelithiasis wird das Vorhandensein von Konkrementen in der Gallenblase oder in den angeschlossenen Gallenwegen bezeichnet.

Bei Lage des Konkrements in der Gallenblase liegt eine Cholezystolithiasis, bei Lage der Konkremente in den Gallengängen eine Choledocholithiasis vor.

2 Epidemiologie

Eine Cholezystolithiasis liegt bei etwa 15 % der Bevölkerung vor. Frauen sind zwei mal häufiger betroffen als Männer. Gallensteine verursachen in ca. 75% der Fälle keine pathologische Symptomatik.

Eine Choledocholithiasis entsteht meistens bei Abgang von Steinen aus der Gallenblase in die Gallengänge und liegt bei bis zu einem Drittel der Patienten mit Cholezystolithiasis vor. Konkremente können jedoch auch de novo im Gallengang entstehen (z.B. bei chronischer Hämolyse).

3 Gallensteinformen

Grundsätzlich können zwei Formen von Gallensteinen unterschieden werden:

  • Cholesterinstein
  • Pigmentstein

Daneben sind sogenannte gemischte Steine zu nennen, die sowohl aus Pigment, als auch aus Cholesterin bestehen.

Anmerkung: Die Pathogenese von Gallensteinen ist Bestandteil des entsprechenden Artikels.

4 Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren werden mit den so genannten 6 f zusammen gefasst:

  • fat (adipös)
  • female (weiblich)
  • fair (heller Hauttyp)
  • fourty (vierzig)
  • fertile (fruchtbar)
  • family (familiäre Disposition)

5 Symptomatik

Die Mehrzahl der Gallensteine verbleibt asymptomatisch. Ein Teil der Patienten mit Gallensteinen klagt über unspezifische gastrointestinale Beschwerden wie:

Eine sehr schmerzhafte Verlaufsform des Gallensteinleidens ist die Gallenkolik. Die Schmerzen halten bei einer Gallenkolik oft stundenlang und nehmen mit der Zeit zu. Eine Ausstrahlung des Schmerzes in die Region der rechten Schulter (Head-Zone) wird häufig beschrieben. Der Gallenstein liegt bei einer Kolik meistens in der Gallenblase selbst oder im angrenzenden Ductus cysticus.

5.1 Komplikationsmöglichkeiten

Eine Cholelithiasis kann zu einer Reihe von Komplikationen führen, die den Verlauf und das Ausmaß der Erkrankung wesentlich beeinflussen:

6 Diagnose

Eine Cholelithiasis kann zuverlässig mit einer Sonographie des Oberbauches diagnostiziert werden. Dabei kann gleichzeitig die Weite der Gänge beurteilt und nach sonographischen Zeichen einer Entzündung gesucht werden.

6.1 Anamnese

In der Anamnese muss die Schmerzcharakteristik erfragt werden. Hilfreich können auch Hinweise auf vorangegangene Koliken als Zeichen für längere Zeit bestehende Konkremente sein.

6.2 Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung können je nach Lage der Gallensteine eine prall gefüllte, schmerzlose Gallenblase palpiert (Courvoisier-Zeichen), das Murphy-Zeichen ausgelöst oder ein Ikterus festgestellt werden. Schmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit und Schüttelfrost deuten auf eine bereits bestehende akute Cholezystitis hin.

6.3 Labordiagnostik

Die Labordiagnostik dient der Verlaufsbeobachtung und Bestätigung:

7 Therapie

Die Therapie einer Cholelithiasis ist in der Regel invasiv. Bei einer Choledocholithiasis ist die ERCP Therapie der Wahl.

Bei einer Cholezystolithiasis oder Unzugänglichkeit der Gallenwegssteine via ERCP ist die (laparoskopische) Cholezystektomie Therapie der Wahl. Die Cholezystektomie bzw. ERCP sollten im symptomfreien Intervall, d.h. nach Behandlung und Abklingen einer Gallenkolik oder Cholezystitis erfolgen.

Bei vorliegenden Kontraindikationen gegen eine Operation kann bei Steinen unter 2 cm Durchmesser eine medikamentöse Litholyse (Auflösung) mittels Ursodeoxycholsäure und Chenodeoxycholsäure angestrebt werden. Die Rezidivneigung ist bei diesem Vorgehen allerdings sehr hoch.

Eine weitere alternative Behandlungsmethode ist die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, bei der die Gallensteine durch Applikation von Stoßwellen zunächst verkleinert werden um dann auf natürliche Weise in den Darm abzugehen. Dabei kommt es allerdings durch den Abgang der kleineren Steine bedingt häufig zu Gallenkoliken.

8 Trivia

In der Alternativmedizin wird zur "Reinigung" der Gallenblase mitunter eine Einnahme einer großen Menge Olivenöl empfohlen. Der Patient scheidet dann angeblich Gallensteine auf natürlichem Weg aus. Diese Fehltherapie basiert auf einem chemischen Effekt: Große Mengen an Öl gehen mit der Magensäure eine Verseifungsreaktion ein. Im Verlauf der Magen-Darm Passage werden diese Seifensteine von der normalen Gallenflüssigkeit grün gefärbt. Am Ende scheidet der Patient somit grünliche Seifensteine aus, die eine äußere Ähnlichkeit mit Gallensteinen haben können.Das Verfahren führt jedoch nicht zum Abgang der Gallensteine, sondern nur zu Nebenwirkungen wie Nausea, Diarrhoe oder Pankreatitis.[1][2]

9 Quellen

  1. Gallbladder cleanse: A 'natural' remedy for gallstones? MAYO Clinic
  2. Wenn Patienten ihre Galle selber spülen, SPON

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