Adipositas
Synonym: Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas
Englisch: adipositas, adiposity, obesity
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Adipositas ist definiert als übermässige Vermehrung von Fettgewebe im Körper. Der Übergang vom Übergewicht zur Adipositas wird bei einem Body Mass Index (BMI) von 30 erreicht. Adipositas wird heute nicht mehr als konstitutionelle "Normvariante" verstanden, sondern als chronische Erkrankung, die mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko einhergeht.
2 Ätiologie [bearbeiten]
Adipositas ist eine multikausale Erkrankung. Wichtige Entstehungsfaktoren sind:
- Genetische Ursachen
- Lebensstil (z.B. Bewegungsmangel, Fehlernährung)
- Essstörungen
- Endokrine Erkrankungen (z.B. Cushing-Syndrom, Leptin-Resistenz, Störungen in der Resistin- oder Adiponektin-Homöostase)
- Medikamente (z.B. Glukokortikoide, Neuroleptika, Antidiabetika u.v.a.)
- Sonstige Ursachen (z.B. Immobilisierung, Schwangerschaft)
3 Einteilung [bearbeiten]
Man unterscheidet zwei verschiedene Fettverteilungsmuster:
- Androide Adipositas: Männliches Fettverteilungmuster mit Betonung des Abdomens, auch abdominale, zentrale oder viszerale Adipositas bzw. "Apfeltyp" genannt.
- Gynoide Adipositas: Weibliches Fettverteilungmuster mit Betonung der Hüften, auch periphere oder gluteofemorale Adipositas bzw. "Birnentyp" genannt.
Die Zuordnung zum einen oder anderen Typ wird durch die Bestimmung des Taille-Hüft-Quotienten (THQ) getroffen.
3.1 Sonderformen [bearbeiten]
4 Diagnostik [bearbeiten]
Die Diagnose erfolgt durch Bestimmung des Körpergewichts und die Berechnung des BMI.
Neben der Fettmasse ist auch die Fettverteilung zur Beurteilung der Adipositas wichtig, da das Fettverteilungsmuster das metabolische und kardiovaskuläre Risiko bestimmt. Als einfaches Maß zur Beurteilung der Fettverteilung wird die viszerale Fettmasse durch Messung des Taillenumfangs bestimmt. Bei einem Taillenumfang von mehr als 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) liegt nach Definition der WHO eine abdominale Adipositas vor.
5 Therapie [bearbeiten]
5.1 Basisprogramm [bearbeiten]
- Ernährungstherapie (Diät)
- Bewegungstherapie (Erhöhter Energieverbrauch)
- Verhaltenstherapie (Selbstkontrolle)
5.2 Weitere Therapieoptionen [bearbeiten]
- Medikamentöse Therapie (Sibutramin, Orlistat)
- Chirurgische Therapie (Magenrestriktion, Malabsorptionstechniken)
Tags: Fett, Fettleibigkeit, Körperfett
Fachgebiete: Allgemeinmedizin, Ernährungsmedizin
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