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Fettstoffwechselstörung

(Weitergeleitet von Dyslipidämie)

Synonym: Lipidstoffwechselstörung, Dyslipidämie
Englisch: dyslipidemia

1 Definition

Als Fettstoffwechselstörung bezeichnet man eine Verschiebung der Zusammensetzung der Blutfette (Lipide bzw. Apolipoproteine).

Diese kann hervorgerufen werden durch eine Gruppe von verschiedenen Krankheiten, die den Stoffwechsel von Lipiden (Triglyzeride, Cholesterin, Phospholipide) bzw. (Apo-)Lipoproteinen (Chylomikronen, VLDL, LDL, HDL) im Blutplasma betreffen.

2 Einteilung

2.1 ...nach Veränderung der Lipide

2.2 ...nach Veränderung der Lipoproteine

Dyslipidämien wurden traditionell unterteilt nach Art der Lipid- bzw. Lipoproteinveränderung (Fredrickson-Klassifikation). Heute wird oft ein System verwendet, das Dyslipidämien in primäre oder sekundäre Formen unterteilt und nur zwischen Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie und kombinierter Hyperlipidämie unterscheidet. Diese System berücksichtigt allerdings nicht reine Lipoproteinveränderungen (z.B. Dyslipoproteinämie mit niedrigem HDL und hohem LDL), das auch bei normalen Cholesterin- oder Triglycerid-Werten vorkommen kann.

In der westlichen Welt sind Hyperlipidämien von großer klinischer Relevanz. Oft ist eine Hyperlipidämie in Kombination mit einer erhöhten Konzentration von LDL (low-density lipoprotein, "schlechtes Cholesterin") und einer verminderten Konzentration von HDL (high-density lipoprotein, "gutes Cholesterin") zu beobachten, einhergehend mit Insulinresistenz (Diabetes) im Rahmen des metabolischen Syndroms.

3 Epidemiologie

Über 50% der Bevölkerung in der westlichen Welt, die älter als 40 Jahre sind, haben zu hohe Cholesterinwerte; ernährungs- und lebensstilbedingte Lipidstoffwechselstörungen sind häufig.

Lipidstoffwechselstörungen stellen einen zentralen Risikofaktor für die Entwicklung von Arteriosklerose bzw. die Entwicklung von koronarer Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt, Schlaganfall, Mesenterialinfarkt und anderen kardiovaskulären Erkrankungen dar. Sie sind also entscheidend mitverantwortlich für die häufigsten Todesursachen hierzulande.

In zahlreichen großangelegten klinischen Studien wurde belegt, dass Hyperlipidämie und Dyslipoproteinämie zu einer signifikanten Verkürzung der Lebenserwartung führen; umgekehrt wurde gezeigt, dass ein vermindertes LDL und Gesamtcholesterin und sowie hohes HDL das Risiko koronarer Ereignisse (sowohl im Rahmen der Primärprävention als auch der Sekundärprävention) reduziert.

4 Ursachen

Es gibt zahlreiche Ursachen für veränderte Blutfettwerte. Man unterscheidet reaktiv-physiologische Formen, sekundär-symptomatische Formen und primäre (hereditäre, familiäre) Lipidstoffwechselstörungen. Einige wichtige Beispiele sind:

5 Therapie

Vorrangige Maßnahmen sind Lebensstiländerungen: mehr Bewegung und sportliche Aktivität sowie Gewichtsreduktion. Desweiteren pharmakologische Therapie: je nach Typ mit HMG-CoA-Reduktasehemmern (Statinen), Niacin, Fibraten, Colestyramin, Ezetimib oder anderen Wirkstoffen.

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