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Hämolyse

von griechisch: haima - Blut; lysis - Auflösung
Synonym: Hämatozytolyse
Englisch: h(a)emolysis

1 Definition

Unter Hämolyse versteht man die Auflösung von Erythrozyten durch Zerstörung der Zellmembran mit Übertritt von Hämoglobin in das Plasma. Das entsprechende Adjektiv lautet hämolytisch.

2 Ursachen

Hämolysen können durch verschiedene Grunderkrankungen, durch mechanische Prozesse oder genetische Dispositionen entstehen. Zu den Ursachen zählen:

Eine Hämolyse kann innerhalb des Gefäßsystems (intravasal) oder außerhalb des Gefäßsystems (extravasal) auftreten, z.B. bei einem (Hämatom) oder Abbau der Erythrozyten im Retikulo-endothelialen System.

Hämolyse kann auch ex vivo auftreten, z.B. durch unsachgemäße Blutentnahme (Scherkräfte bei Anwendung von zu hohem Sog), unkontrollierte Erwärmung beim Versuch, einen Warmtransport durchzuführen, oder Einfrieren von Vollblut.

Diese Handhabungsfehler kommen auch bei Erythrozytenkonzentraten in Frage. Erythrozytenkonzentrate müssen deshalb vor der Transfusion optisch auf Hämolyse geprüft werden (lackartige Verfärbung).

3 Folgen

Durch die Hämolyse werden Erythrozyten zerstört und Hämoglobin sowie andere zytoplasmatische Bestandteile (vor allem Lactatdehydrogenase und Kalium) freigesetzt und im Blut nachweisbar.

In der Konsequenz kann es - je nach Ausmaß der Hämolyse - zu Anämie, Ikterus und Hämoglobinurie mit den entsprechenden Folgen (z.B. Crush-Niere) kommen. Eine fortdauernde Hämolyse, die nicht durch Erythropoese kompensiert werden kann, führt zum Krankheitsbild der hämolytischen Anämie.

4 Labormedizinische Parameter

Eine Hämolyse kann durch Bestimmung einiger labormedizinischer Werte nachgewiesen werden. Die zu bestimmenden Werte umfassen:

Das Serum kann nach Zentrifugation einfach optisch auf Verfärbung geprüft werden. Im Urin kann eine Hämoglobinurie nachgewiesen werden (Erythrozyten-Testfeld des Urinteststreifens). Bei reaktiv gesteigerter Blutbildung ist außerdem die Retikulozytenzahl erhöht.

siehe auch: Hämolyseparameter

In der Labormedizin ist Hämolyse ein bekanntes präanalytisches Problem. Hierbei ist zu unterscheiden, ob es sich um echte, pathologische Hämolyse oder ein Artefakt handelt.

5 Hämolyse im Blutagar

Die Zerstörung von untergemischten Erythrozyten in bakteriellen Nährböden macht man sich bei der Erregeridentifizierung zu Nutze.

Bekanntestes Beispiel sind die Streptokokken. Aufgrund des Wachstumsverhaltens auf Blutagar unterscheidet man drei Formen der bakteriellen Hämolyse:

siehe auch: Hämolysierende Streptokokken

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