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Cholezystitis

Synonym: Gallenblasenentzündung
Englisch: cholecystitis

1 Definition

Die Cholezystitis ist eine Entzündung der Gallenblase.

Eine Cholezystitis kann akut, chronisch und als akuter Schub bei chronischer Entzündung auftreten.

2 Ätiologie

Eine Cholezystitis ist fast immer mit einer Cholelithiasis vergesellschaftet. Die Ätiologie entspricht daher weitgehend der Cholelithiasis.

Etwa 10 % aller Cholezystitiden tritt ohne Assoziation mit Gallensteinen auf. Dabei sind vor allem morbide Patienten betroffen, beispielsweise:

3 Klinik

3.1 Akute Cholezystitis

Eine akute Cholezystitis führt in der Regel zu Schmerzen im rechten Oberbauch. Das Murphy-Zeichen ist positiv. Der rechte Oberbauch ist empfindlich und weist oft eine Abwehrspannung auf. Oft sind auch Allgemeinsymptome, wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen vorhanden. Die Schmerzen strahlen in die rechte Schultergegend aus.

Eine schwerwiegende Komplikation der Cholezystitis ist die Perforation der Gallenblase mit subsequenter Peritonitis. Bei Penetration der Entzündung in benachbarte Organe entstehen ausgedehnte Entzündungsherde. Eine vollständig mit Eiter gefüllte Gallenblase wird als Gallenblasenempyem bezeichnet.

3.2 Chronische Cholezystitis

Eine chronische Cholezystitis zeigt im freien Intervall eine milde Symptomatik mit leichten Beschwerden und Druckgefühl im rechten Oberbauch. Akute Exazerbationen, beispielsweise im Rahmen einer Obstruktion durch Gallensteine führen zu kolikartigen, der akuten Form der Cholezystitis ähnelnden Beschwerden.

Anamnestisch können in der Regel mehrere Schübe erfragt werden. Eine chronische Cholezystitis ist als Resultat wiederkehrender Entzündungen und Obstruktionen des Galleabflusses zu betrachten.

4 Diagnostik

Die akute Cholezystitis zeigt typische Entzündungszeichen mit Leukozytose, erhöhter BSG und erhöhtem CRP.

Bei einer Obstruktion durch Gallensteine können Bilirubinkonzentration, Alkalische Phosphatase und die Gamma-GT (Cholestaseparameter) erhöht sein. Die Amylase ist unter Umständen ebenfalls leicht erhöht.

Die chronische Cholezystitis kann weniger deutliche diagnostische Zeichen bieten.

4.1 Sonographie

Goldstandard in der Diagnostik der Gallenblase ist die Sonographie. Sie erlaubt dem erfahrenen Untersucher eine detaillierte Diagnostik.

Durch die Sonographie können bei einer akuten Cholezystitis die Gallenblase und Gallensteine zuverlässig dargestellt werden. Die Gallenblasenwand ist verdickt und ödematös aufgequollen (typische 3er-Schichtung sichtbar).

Bei der chronischen Cholezystitis ist die Gallenblase sonographisch mit Wandverdickung und Schrumpfung darzustellen.

5 Therapie

Während früher bei der akuten Cholezystitis häufig eine initiale Gabe von Analgetika und Antibiotika präferiert wurde, gilt heute (2016) die sofortige Cholezystektomie innerhalb von 24 Stunden nach Diagnosestellung als Therapie der Wahl. Unterstützend kommen Schmerzmittel und intravenöse Antibiotika zum Einsatz.

In einer Multicenterstudie mit 618 Patienten war Morbidität in der Gruppe der sofort operierten Patienten signifikant geringer. Zusätzlich konnten die Länge des Klinikaufenthalts und die Behandlungskosten reduziert werden. Die Mortalität war in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar.[1] Die Studie untersuchte jedoch nicht die langfristigen Auswirkungen der Cholezystektomie auf die Lebensqualität der Patienten.

Alternativ kann die Gallenblase nach Abklingen der Entzündung im entzündungsfreien Intervall entfernt werden. Die verzögerte Therapie führt jedoch zu einer höheren Rate an Komplikationen und einer längeren Liegedauer.

Bei der chronischen Cholezystitis lindert eine Cholezystektomie die Beschwerden in der Regel.

Die Cholezystektomie ist einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe in der Chirurgie. Sie erfolgt in der überwiegenden Anzahl der Fälle minimal-invasiv.

Auch entzündete Gallenblasen und Gallenblasenempyeme können laparoskopisch unter Vorsichtsmaßnahmen entfernt werden.

6 Quellen

  1. Gutt CN et al.: Acute cholecystitis: early versus delayed cholecystectomy, a multicenter randomized trial Ann Surg. 2013 Sep;258(3):385-93. doi: 10.1097/SLA.0b013e3182a1599b

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