Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Aktinomykose

1 Definition

Unter einer Aktinomykose versteht man eine Infektion mit Aktinomyzeten.

2 Epidemiologie

Eine Aktinomykose kann auf allen Kontinenten auftreten, wobei die Aktinomykose bei älteren Menschen sowie bei Kindern und Jugendlichen eher selten gefunden wird. Man vermutet, dass hormonelle Einflüsse beim Ausbruch der Erkrankung eine Rolle spielen, da Männer fast dreimal so häufig betroffen sind wie Frauen.

3 Pathogenese

Bei den Aktinomykosen handelt es sich in der Regel um Mischinfektionen, da sich die Aktinomyzeten vor allem in sauerstoffarmen Geweben vermehren, wobei das anaerobe Milieu für die Vermehrung durch die im Rahmen der Mischinfektion beteiligten Bakterien wie z.B. Actinobacillus, Enterobacteriaceae oder Staphylokokken hervorgerufen wird.

4 Klinik

Aktinomkyosen führen zur Abszessbildung, wobei sich die Eiteransammlungen auf das umliegende Gewebe ausbreiten und von Bindegewebe und Granulationsgewebe umgeben sind. Das betroffene Gewebe weist eine derbe Konsistenz auf.

Aktinomyzeten können ebenfalls zu Karies und Parodontitis führen.

4.1 Zervikofaziale Aktinomykose

Die zervikofaziale Form ist die häufigste Form. Die Infektion wird durch Actinomyces israelii ausgelöst und entsteht häufig durch eine Verletzung in der Mundhöhle. Es handelt sich also um eine endogene Infektion.

4.2 Thorakale Aktinomykose

Diese Form entsteht durch Speichelaspiration, durch eine sich ausbreitende zervikofaziale Aktinomykose oder seltener durch eine hämatogene Streuung.

4.3 Abdominale Aktinomykose

Diese Form nimmt ihren Ursprung von Verletzungen des Darms oder geht vom weiblichen Genitalbereich aus.

4.4 Kutane Aktinomykose

Diese eher seltene Form kann nach Verletzungen mit Speichelübertragung auftreten.

4.5 Sonderformen

Zu den Sonderformen gehören die Aktinomykose der Leber durch eine hämatogene Streuung und die Aktinomykose der Tränenkanäle.

5 Nachweis

Eine Aktinomykose kann durch Drusen nachgewiesen werden, wobei diese wenige Millimeter große, harte Körnchen darstellen. Diese sich vor allem im Fisteleiter befindenden Körnchen zeigen mikrokopisch eine Anhäufung von Bakterien, die von Lymphozyten umgeben werden. Aus diesen Ansammlungen ragen radiär filamentöse Aktinomyzeten heraus, weshalb man früher auch vom Strahlenpilz gesprochen hat.

Ein kultureller Nachweis unter anaeroben Bedingungen ist möglich, jedoch sehr aufwändig und nimmt mehrere Wochen in Anspruch.

6 Therapie

Bei einer Aktinomykose im Anfangsstadium reicht eine Therapie mit Antibiotika aus, während im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kombiniert antibiotisch und chirurgisch vorgegangen werden muss. In der Regel wird ein Aminopenicillin oder ein Tetrazyklin zur Behandlung genutzt.

7 Prophylaxe

Eine Prophylaxe ist nicht möglich, da die Aktinomykose eine endogene Infektion darstellt.

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

14 Wertungen (3.21 ø)
Teilen

52.319 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: