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Antikonvulsivum

Synonym: Antiepileptikum
Englisch: anticonvulsive, anticonvulsive drug, anticonvulsive agent

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Ein Antikonvulsivum ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung epileptischer Erkrankungen bzw. Anfallserkrankungen eingesetzt wird.

2 Einteilung

Die gängigen Antikonvulsiva gehören zu verschiedenen, pharmakologischen Wirkgruppen und sind auf molekularer Ebene sehr heterogen. Ihre Zusammenfassung erfolgt also primär aufgrund ihrer klinischen Wirkung. Allen Substanzen gemeinsam ist die Hemmung der neuronalen Erregbarkeit bzw. der Erregungsweiterleitung im ZNS.

3 Wirkung

Antikonvulsiva zeichnen sich vor allem durch folgende Wirkmechanismen aus:

  • Blockade spannungsabhängiger Ca+-Kanäle
  • Blockade von Na+-Kanälen
  • Verstärkung von GABA-vermittelten Hemmungsmechanismen

Jedes Antikonvulsivum bzw. jede Antikonvulsiva-Gruppe verfolgt dabei einen eigenen, spezifischen Wirkmechanismus. Je nach Anfallstyp wird ein bestimmtes Antikonvulsivum verabreicht. Bei unzureichender Wirkung erfolgt die Umstellung auf ein anderes Präparat; eine antiepileptische Therapie sollte stets zunächst als Monotherapie erfolgen.

4 Charakteristika

Die meisten Antikonvulsiva zeichnen sich durch eine gute Verträglichkeit aus. Dennoch sind auch einige unerwünschte Merkmale der Arzneimittel nennen, wobei zu beachten ist, das jedes einzelne Pharmakon zusätzlich noch substanzspezifische Merkmale aufweist und nicht jedes Merkmal auf jedes Präparat zutrifft:

Wirkstoff Handelsname Einsatzmöglichkeit
Carbamazepin Timonil® Mittel der 1. Wahl in der Dauertherapie
Valproat Ergenyl® Valproinsäure, Mittel der 1. Wahl in der Dauertherapie
Phenytoin Phenhydan® Mittel der 2. Wahl
Phenobarbital Luminal® Barbiturat, 2. Wahl in der Dauertherapie
Ethosuximid Penidan® Mittel der 2. Wahl in der Dauertherapie
Oxcarbazepin Trileptal® Carbamazepinabkömmling
Primidon Mylepsinum® Reservepräparat bei unzureichender Wirkung oben genannter Mittel
Diazepam Valium® Benzodiazepin, Mittel der 1. Wahl im akuten Anfall /Status epilepticus
Lorazepam Tavor® Benzodiazepin, Mittel der 1. Wahl im akuten Anfall /Status epilepticus
Gabapentin Neurontin® neues Antikonvulsivum, Zusatzherapeutikum
Lamotrigin Lamictal® neues Antikonvulsivum, Zusatzherapeutikum
Tiagabin Gabitril® neues Antikonvulsivum, Zusatzherapeutikum
Topiramat Topamax® neues Antikonvulsivum, Zusatzherapeutikum
Vigabatrin Sabril® neues Antikonvulsivum, Zusatzherapeutikum

5 Akuttherapie

Der akute Krampf oder der Status epilepticus stellen eine lebensbedrohliche Situation dar, in der durch intravenöse Injektion und Gabe eines entsprechenden Antikonvulsivum ein schnellstmöglicher Wirkeintritt notwendig ist. Zunächst ist in dieser Situation die Gabe von Benzodiazepinen (siehe Übersicht) angezeigt. Sie sind durch ihren raschen Wirkungseintritt besonders geeignet.

Bei unzureichender Wirkung oder Therapieresistenz sollte der Einsatz von Phenytoin erfolgen. Hier ist der ein antiarrhytmischer Effekt zu beachten. Monitoring ist hier obligat.

Sollte sich auch hier eine unzureichende Wirkung ergeben, empfiehlt sich die zusätzliche Gabe von Barbituraten. Erst bei Resistenz aller genannten Einsatzmöglichkeiten ist die Narkose mit Barbituraten die ultima ratio.

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Melanie Pesch

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Okan Ekinci schreibt seit dem 22.11.2005 im Flexikon, hat bereits 78 neue Artikel publiziert und 104 Artikeldetails verbessert.

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