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Elektroenzephalographie

(Weitergeleitet von EEG)

Synonym: Elektroenzephalogramm
Abkürzung: EEG

1 Definition

Die Elektroenzephalographie ist eine Methode zur Erfassung von elektrischen Strömen (Potentialveränderungen) des Gehirns. Es erfolgt eine graphische Aufzeichnung von Stromkurven, die von der elektrischen Aktivität der Hirnzellen stammen. Aufgezeichnet werden dabei Potentialschwankungen von Pyramidenzellen (jedoch keine Aktionspotentiale!), abgeleitet an der Kopfhaut.

Neben diesem Untersuchungsverfahren gibt es auch die Magnetoenzephalographie, um das Magnetfeld der Neuronen im Gehirn aufzuzeichnen.

2 Durchführung

Auf der Kopfhaut werden Elektroden plaziert, die Potentialschwankungen (sog. Hirnstromwellen) des Gehirns kontinuierlich erfassen, verstärken und aufzeichnen.

In der Neurologie werden in der Regel mindestens 12 Ableitungen gewählt. Aus Mustern des Stromkurvenverlaufes kann auf bestimmte Krankheiten, beispielsweise aus dem Formenkreis der Epilepsien, geschlossen werden. Die Untersuchung dient auch der Feststellung des Hirntodes.

In der Schlafmedizin ist die Untersuchung Teil der Polysomnographie. Das EEG wird hier mit reduziertem Elektrodensatz über die ganze Nacht abgeleitet. Das vorherrschende Wellenmuster läßt auf die Schlaftiefe schließen. In bestimmten Schlafstadien treten auch besondere Muster (Schlafspindeln, K-Komplexe) auf.

3 Beurteilung

Die Beurteilung erfolgt anhand der Frequenz der Hirnstromwellen, die das EEG grob in bestimmte Frequenzbänder (EEG-Bänder) einteilt. Die genaue Anzahl und Einteilung der Bänder sind in der Literatur uneinheitlich. Es handelt sich primär um eine historische Einteilung, die vor dem Hintergrund modernerer Untersuchungen teilweise überholt ist.

Name Frequenz (Hz)
Alpha-Wellen 8-13
Beta-Wellen 14-30
Gamma-Wellen > 30
Theta-Wellen 4-7
Delta-Wellen 1-3

Eine Positivierung des Potentials, was einem Ausschlag der Welle nach unten entspricht, wird durch EPSP (erregende postsynaptische Potentiale) in den tiefen Schichten (Lamina IV), oder durch IPSP (inhibitorische postsynaptische Potentiale) in den oberflächlichen Schichten des Kortex verursacht. Wohingegen eine Negativierung des Potentials, was einem Ausschlag im EEG nach oben entspricht, durch EPSP der Dendriten der oberflächlichen Kortexschichten, oder durch IPSP in den tiefen Schichten verursacht werden kann.

4 Pathologische EEG-Befunde

  1. Allgemeinveränderungen
    • kontinuierliche Verlangsamung der Wellen
    • diffuse und paroxysmale Dysrhythmien
    • Vorkommen z.B. bei entzündlichen und atrophischen Veränderungen
  2. Herdbefunde
    • Umschriebene Veränderungen der Wellen
    • Vorkommen z.B. bei Apoplexie, Hämatomen ...
  3. Krampfpotentiale
    • Hinweis auf Epilepsie
    • Nachweis von spikes, sharp waves, spikes and waves
  4. Nullinie
    • Kriterium für den Hirntod
    • Kein Nachweis von Potentialschwankungen

Tags:

Fachgebiete: Neurologie

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