Bioverfügbarkeit
Englisch: bio-availability
1 Definition [bearbeiten]
Der Begriff Bioverfügbarkeit stammt aus der Pharmakologie. Er bezeichnet den prozentualen Anteil des Wirkstoffs einer Arzneimitteldosis, der unverändert im systemischen Kreislauf zur Verfügung steht. Die Bioverfügbarkeit ist eine Messgröße dafür, wie schnell und in welchem Umfang ein Arzneimittel resorbiert wird und am Wirkort zur Verfügung steht.
2 Messprinzip [bearbeiten]
Bei Medikamenten die intravenös verabreicht werden, ist die Bioverfügbarkeit definitionsgemäß 100%. Unter der absoluten Bioverfügbarkeit versteht man daher die Bioverfügbarkeit im Vergleich zur i.v. Gabe. Die relative Bioverfügbarkeit wird durch den Vergleich mit einer anderen Arzneiform (z.B. Tablette gegenüber Lösung) bestimmt.
Zur Messung der Bioverfügbarkeit wird nach oraler Gabe eines Arzneimittels die Plasmakonzentration zu verschiedenen Zeitpunkten gemessen. Aus diesen Messungen ergibt sich ein typischer Kurvenverlauf, der die Anflutung des Wirkstoffs zeigt. Die Fläche unter dieser Kurve bezeichnet man als AUC (area under the curve). Sie verhält sich proportional zu der Wirkstoffmenge, die in den Organismus gelangt ist. Die Bioverfügbarkeit ist bei Arzneimitteln wichtig zur Einordnung der Bioäquivalenz.
Eine Verringerung der Bioverfügbarkeit kann zum Beispiel durch den Abbau eines Arzneimittels bei der ersten Leberpassage (First-Pass-Effekt) verursacht werden.
Tags: Dosis
Fachgebiete: Arzneimittel, Pharmakologie
Um diesen Artikel zu kommentieren, melden Sie sich bitte an.
eBooks
Biopharmazie - Pharmakokinetik - Bioverfügbarkeit - Biotransformation
Andreas Langner, Hans-Hubert Borchert, Wolfgang Mehnert
44,90 €
Die Naturheilkunde - Heft 04/2009
ab 0,99 € je Artikel