Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Zytokine

(Weitergeleitet von Zytokin)

Synonyme: Cytokine
Englisch: cytokine

1 Definition

Zytokine sind eine inhomogene Gruppe von regulatorischen Proteinen, die der Signalübertragung zwischen Zellen dienen und ihre Proliferation und Differenzierung steuern. Sie werden u.a. von Makrophagen, B-Lymphozyten, T-Lymphozyten, natürlichen Killerzellen (NKs) und Fibroblasten gebildet.

2 Physiologie

Zytokine entfalten eine autokrine, parakrine und endokrine Wirkung, die in der Bildung sehr komplexer homöostatischer Netzwerke mündet. Ihre Abgrenzung von Hormonen ist Gegenstand laufender wissenschaftlicher Diskussionen, da es Überschneidungen zwischen beiden Gruppen gibt. EPO wird z.B. in der Literatur teils als Hormon, teils als Zytokin geführt.

Während Hormone in nanomolaren Konzentrationen (10-9 M) vorkommen, die in der Regel nur eine geringe Schwankungsbreite zeigen, bewegen sich Zytokine im picomolaren (10-12 M) Bereich. Ihre Konzentration kann aber bei Bedarf - z.B. im Rahmen einer Infektion oder eines Traumas - auf das 1.000fache ansteigen. Ein weiterer Unterschied zu Hormonen ist, dass Hormone in der Regel von definierten Drüsenzellen produziert werden, während bestimmte Zytokine (z.B. IL-1) von fast allen kernhaltigen Zellen gebildet werden.

3 Einteilung

Man unterscheidet unter anderem folgende Gruppen von Zytokinen:

3.1 Interleukine

3.2 Interferone

3.3 Tumornekrosefaktoren

3.4 Kolonienstimulierende Faktoren

3.5 Zytokine und ihre Funktion

Übersicht über die einzelnen Zytokine und ihre Funktionen:

 Zytokin    Entstehungsort    Effekt
IL-1 Makrophagen,
B-Lymphozyten
proinflammatorisch, Aktivierung anderer Zyktokine, Aktivierung von B- und T-Lymphozyten sowie Natürlichen Killerzellen, Freisetzung von Prostaglandinen, Aktivierung der Gerinnungskaskade, u.a.
IL-2 T-Lymphozyten Aktivierung von Lymphozyten
IL-4 T-Lymphozyten Förderung der IgE-Produktion durch Aktivierung von B-Lymphozyten, Degranulation von Mastzellen
IL-10 Makrophagen, Lymphozyten Hemmung von T-Zell-Proliferation, Hemmung der Synthese anderer Zytokine
IFNα Leukozyten, natürliche Killerzellen, Fibroblasten pyrogen, antiviral, Hemmung der T-Zell-Proliferation, Verringerung der HLA-II-Expression
IFNβ Leukozyten, natürliche Killerzellen, Fibroblasten pyrogen, antiviral, Hemmung der T-Zell-Proliferation, Verringerung der HLA-II-Expression
IFNγ Leukozyten, natürliche Killerzellen, Fibroblasten antiviral, Unterstützung der Makrophagen
TNFα Makrophagen pyrogen, Aktivierung der Gerinnungskaskade, gesteigerte Phagozytose
TNFβ T-Lymphozyten pyrogen, Aktivierung der Gerinnungskaskade, gesteigerte Phagozytose
G-CSF Monozyten,
T-Zellen, Makrophagen
gesteigerte Myelopoese
GM-CSF Monozyten, Makrophagen Steigerung von Phagozytose und Zytotoxizität, Differenzierung hämatopoetischer Stammzellen
M-CSF Makrophagen Steigerung von Phagozytose und Zytotoxizität, Differenzierung hämatopoetischer Stammzellen

4 Zytokinrezeptoren

Zytokine lösen ihre Wirkung über Zytokinrezeptoren aus, welche die extrazellulären Signale in die Zellen übertragen. Dadurch sind sie an der Regulation zellulärer Prozesse beteiligt. Durch die Bindung spezifischer Zytokine lösen die Rezeptoren verschiedene Signalkaskaden im Zellinneren aus, etwa den JAK-STAT-Signalweg. Je nach Rezeptor- und Zelltyp variiert die biologische Antwort, führt aber im Allgemeinen zur Expression regulatorischer Proteine, die z.B. den Zellzyklus, die Proliferation, inflammatorische Prozesse oder die Freisetzung von Immunmediatoren steuern.

Man unterscheidet verschiedene Gruppen von Zytokinrezeptoren, u.a.:

Fachgebiete: Biochemie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

47 Wertungen (4.02 ø)

248.587 Aufrufe

Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: