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B-Lymphozyt

Synonym: B-Zelle
Englisch: B cell, B lymphocyte

1 Definition

B-Lymphozyten gehören zur Zellgruppe der Lymphozyten. Sie spielen eine wichtige Rolle im menschlichen Immunsystem. Das "B" in B-Lymphozyt steht für "Bursa fabricii", ein Vogelorgan, in dem die B-Lymphozyten zum ersten Mal beschrieben wurden. Im Englischen wird der Buchstabe "B" oft von "bone marrow" (Knochenmark) abgeleitet.

2 Histologie

B-Lymphozyt sind rundliche Zellen, von ca. 6 µm Durchmesser, deren großer Zellkern nur von einem schmalen Zytoplasmasaum umgeben wird.

3 Physiologie

Die B-Lymphozyten bilden die Grundlage für das spezifische humorale Immunsystem. Sie bilden auf einen Antigenreiz hin Antikörper und sind dadurch für die adaptive Immunreaktion verantwortlich.

3.1 Entwicklung

B-Lymphozyten beginnen ihr Leben im Knochenmark als so genannte Prä-B-Zellen. Diese Zellen weisen noch keine Immunglobuline auf ihrer Zelloberfläche auf. Im Rahmen ihrer weiteren Reifung werden die Genabschnitte, die für die Kodierung der Immunglobuline verantwortlich sind, neu arrangiert. Daraufhin kommt es zur Ausprägung membrangebundener Immunglobuline, den so genannten B-Zell-Rezeptoren. Der B-Lymphozyt zeigt nun einen Besatz mit IgM und IgD - das erlaubt auch seine Unterscheidung von anderen Lymphozyten. Zusätzlich ist die Membran mit Oberflächenmarkern (CD-Molekülen) bestückt, die ebenfalls zur Identifizierung der Zellen herangezogen werden können. Zu ihnen zählen z.B. CD19, CD20, CD21 und CD40.

3.2 Aktivierung

Die so entstandenen B-Lymphozyten hatten noch keinen Antigenkontakt. Sie sind "Antigen-naiv" und nun bereit für weitere Aufgaben. Zunächst zirkulieren sie im Blut oder halten sich in den lymphatischen Organen auf, wo sie im Normalzustand inaktiv sind. Erst wenn das richtige Antigen an den B-Zell-Rezeptor bindet, beginnt der Prozess der Aktivierung. Das Antigen wird vom B-Lymphozyten aufgenommen, zerlegt und zusammen mit MHC-Klasse II-Molekülen wieder als Komplex auf der Zelloberfläche exprimiert. Dieser Komplex kann von einer T-Helfer-Zelle erkannt werden, die daraufhin Zytokine produziert, welche den B-Lymphozyten schließlich aktivieren.

3.3 Proliferation

Die aktivierten B-Lymphozyten wandern zu den Keimzentren in den Lymphknoten oder der Milz. Hier kommt es in den Lymphfollikeln zu einer starken Proliferation (Teilung) der Zellen, wobei die Genabschnitte, welche die anschließende Antikörperproduktion kodieren, einer Hypermutation unterliegen. Diese somatische Hypermutation ermöglicht die schnelle Selektion des optimalen Antikörpers für das eingedrungene Antigen. Nicht mehr teilungsfähige B-Lymphozyten, die ihr reifstes Differenzierungsstadium erreicht haben und Antikörper sezernieren, nennt man Plasmazellen ("B plasma cells").

Ein anderer, kleinerer Teil der aktivierten B-Lymphozyten differenziert sich zu B-Gedächtniszellen ("B memory cells"). Sie "speichern" die Antigeninformation, so dass beim zweiten Kontakt mit dem Antigen eine schnellere Immunantwort zur Verfügung steht.

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Fachgebiete: Histologie, Hämatologie

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