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Osteomyelitis

von altgriechisch: ὀστέον ("ostéon") - Knochen und μυελός ("myelós") - Mark
Synonym: Knochenmarkentzündung
Englisch: osteomyelitis

1 Definition

Eine Osteomyelitis ist eine akute oder chronische Entzündung des Knochens, die sekundär auch auf das Knochenmark übergreifen kann und durch eine Infektion verursacht wird.

siehe auch: Osteitis

2 Einteilung

2.1 ...nach Verlauf

2.2 ...nach Ätiologie

2.3 ...nach Zeitpunkt des Auftretens

Postoperative Osteomyelitiden werden nach ihrem zeitlichen Auftreten unterteilt in

  • Frühinfektionen (innerhalb dreier Monate nach OP) und
  • Spätinfektionen (später als drei Monate nach OP auftretende Infektion).

3 Exogene Osteomyelitis

Die exogene Osteomyelitis entsteht posttraumatisch oder postoperativ durch Kontamination des Knochengewebes über die Haut des Patienten mit verschiedenen Erregern. Bei der postoperativen Osteomyelitis spielen Hospitalkeime eine große Rolle.

Die Einteilung der posttraumatischen Osteomyelitis erfolgt meist nach Cierny-Mader et al., deren Klassifizierung sich nach der anatomischen Lokalisation im Knochen und dem klinischen Zustand des Patienten erfolgt.

Stadium Merkmal
Pathologische Veränderung
1 Markraumosteomyelitis
2 Oberflächliche Osteomyelitis
3 Begrenzte kortikale Osteomyelitis
4 Diffuse Osteomyelitis
Klinischer Zustand
A Keine Risikofaktoren
B Lokale Risikofaktoren (z.B. Lymphödem)
  Systemische Risikofaktoren (z.B. Immundefizienz)
  Lokale und systemische Risikofaktoren
C Therapie wäre belastender als Erkrankung

Die Knochendestruktion verläuft chronisch-progredient. Eine septische Streuung der Erreger ist möglich. Die Therapie besteht in der lokalen Sanierung des befallenen Knochens durch chirurgische Ausräumung der nekrotischen Knochensubstanz und hoch dosierter Antibiotikagabe nach Resistenzprüfung.

3.1 Erregerspektrum

Eine exogene Osteomyelitis entsteht in der Regel durch eine Infektion mit Bakterien. Typische Erreger sind:

4 Hämatogene Osteomyelitis

Die hämatogene Osteomyelitis entsteht durch eine Verschleppung von Bakterien auf dem Blutweg (hämatogene Absiedelung) im Rahmen einer Sepsis - z.B. bei Wundinfektionen, Tonsillitis, Atemwegsinfektionen und anderen bakteriellen Erkrankungen.

Betroffen sind vorwiegend Patienten im Kindes- und Jugendalter, bei denen die Knochen sehr gut durchblutet sind. Prädilektionsstellen sind Femur, Tibia und Humerus.

Die akute Erkrankung kann in eine chronische Osteomyelitis übergehen und hat unbehandelt eine hohe Letalität. Die Therapie besteht in einer hoch dosierten Antibiotikagabe nach Resistenzprüfung über mindestens 6 Wochen. Meist ist nur eine Defektheilung möglich.

4.1 Erregerspektrum

5 Fortgeleitete Osteomyelitis

Erreger gelangen aus einer Infektion des umgebenden Weichteilgewebes (z.B. über ein Panaritium oder ein Gangrän ) in den Markraum.

5.1 Erregerspektrum

6 Spezifische Osteomyelitis

Die so genannte spezifische Osteomyelitis entsteht im Rahmen einer Tuberkulose, hervorgerufen durch Mycobakterium tuberculosis. Der Erreger gelangt hämatogen in das Skelettsystem.

7 Diagnostik

Die Diagnose ergibt sich meist aus der Anamnese und dem Lokalbefund. Das Blutbild zeigt oft typische Entzündungszeichen (Ausnahme: Brodie-Abszess im Kindesalter). Gesichert wird die Diagnose mit bildgebender Diagnostik, z.B.:

Zur Erregeridentifizierung werden Abstriche und Blutkulturen verwendet.

7.1 Differentialdiagnose

Die wichtigste Differentialdiagnose ist das Ewing-Sarkom.

7.2 Therapie

Die Therapie ist abhängig von der auslösenden Ursache. Wenn Vorhanden, erfolgt der Austausch des auslösenden Implantats und ggf. ein Wunddebridement. Darüber hinaus ist eine längere intravenöse Antibiotikatherapie notwendig, die Wochen bis Monate dauern kann. Die Wahl des Antibiotikums ist dabei von der Empfindlichkeit der Erreger abhängig. Ergänzend kann eine hyperbare Sauerstofftherapie sinnvoll sein.

In therapieresistenten Fällen ist mitunter die Amputation des betroffenen Extremitätenabschnitts notwendig.

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