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Chlamydia trachomatis

Englisch: Chlamydia trachomatis

1 Definition

Bei Chlamydia trachomatis handelt es sich um ein gramnegatives Bakterium aus der Gruppe der Chlamydien. Da es auf die ATP-Produktion von Körperzellen angewiesen ist, lebt es intrazellulär. Mit 0,5 µm Größe ist es auch eines der kleinsten Bakterien.

2 Erkrankungen

Chlamydia trachomatis kommt in vielen verschiedenen Serotypen vor, die unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen können. Dazu zählen unter anderem:

Chlamydia trachomatis ist der häufigste Erreger von sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs). Eine Infektion des Urogenitaltrakts durch Chlamydia trachomatis kann sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern durch ein Brennen in der Harnröhre, Schmerzen beim Wasserlassen und genitalen Ausfluss bemerkbar machen. Leitsymptom ist bei Frauen häufig eine erstmals auftretende Zwischenblutung und diffuse Bauchschmerzen. In der Sonographie findet sich gelegentlich ein kleiner Aszites. Häufig bleibt eine Chlamydieninfektion jedoch symptomlos. Eine Vernarbung der Eileiter durch eine chronische Chlamydieninfektion ist ein häufiger Grund für ungewollte Kinderlosigkeit.

Wegen der relativen Symptomlosigkeit ist es wichtig, ein Chlamydienscreening durchzuführen. Nach dem 25. Lebensjahr sollte man bei allen diskreten Symptomen an Chlamydien denken und gezielt nach Sexualpartnern fragen.

Bei Befall der Augen findet man an den tarsalen Konjunktiven große Follikel. Sie erscheinen als leicht prominente, knötchenförmige Veränderungen ("Reiskörner") und sind jeweils von Blutgefäßen umgeben.

3 Diagnostik

Da der Erreger sich nicht anzüchten lässt und serologische Untersuchungen keine aussagefähigen Befunde ergeben, beruht die Diagnostik auf genetischen Methoden. Hierzu sind Urinproben (vorzugsweise Erststrahlurin), Cervixabstriche oder Harnröhrenabstriche geeignet. Die Probe muss Zellmaterial des Patienten enthalten. In der Regel sind spezielle Abstrichtupfer und Probentransportgefäße erforderlich. Dies sollte vor einer Probennahme mit dem Labor abgeklärt werden.

4 Therapie

Chlamydien-Infektionen sind für gewöhnlich mit Tetracyclin gut therapierbar (alternativ Makrolide oder Chinolone). Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 10 Tage (Doxycyclin 200) Es ist wichtig, den Sexualpartner mitzubehandeln, um einen Ping-Pong-Effekt zu vermeiden. Antibiotika, die an der Zellwand angreifen (z.B. Beta-Laktam-Antibiotika) oder in den Folsäurestoffwechsel interferieren (z.B. Sulfonamide) sind wirkungslos.

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