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Splenektomie

Synonyme: Milzexstirpation

1 Definition

Die operative Entfernung der Milz wird Splenektomie (auch: Milzexstirpation) genannt. Sie kann sowohl in offener als auch in laparoskopischer Technik durchgeführt werden.

2 Indikation

Gründe für ein solches Vorgehen können Milzrupturen, Tumore, Abszesse oder verschiedene Blut- und Stoffwechselerkrankungen, die zu einer Splenomegalie führen, sein.

3 Hintergrund

Eine Entfernung der Milz ist möglich, da sie nicht lebensnotwendig ist und ihre Aufgaben weitgehend von der Leber übernommen werden.

1-2 Wochen nach der Entfernung der Milz kommt es zu einem starken Anstieg der Thrombozytenzahl bis auf 1 Mio/µl. In dieser Zeit besteht eine höhere Thrombosegefahr. Dieser Zustand normalisiert sich nach Wochen von selbst wieder, jedoch bleibt eine leichte Erhöhung der Thrombozyten bestehen. Zusätzlich entsteht eine Monozytose mit den dazugehörigen Folgen, wie z.B. eine verminderte Bildung von Immunglobulinen (besonders der Klassen G und M).

Da die Milz ein wichtiges Organ zur Bekämpfung einer bakteriellen Sepsis darstellt, steigt auch das Risiko für eine Sepsis nach einer Splenektomie an. Im ungünstigen Fall kann es zu einer "OPSI" ("Overwhelming Postsplenectomy Infection") kommen.

4 Postoperative Prophylaxe

Aufgrund der erhöhten Gefahr einer OPSI wird eine Auffrischimpfung gegen Pneumokokken, Meningokokken und Hämophilus influenzae Typ B empfohlen. Bei elektiver Splenektomie sollte dies 2 Wochen vor und 2 Wochen nach dem operativen Eingriff erfolgen.[1]

5 Operationsschritte (konventionell)

  1. Zugangsweg: Rippenbogenrandschnitt links, Oberbauchmedianschnitt oder Oberbauchquerschnitt
  2. Einsetzen eines Sperrer- bzw. Hakensystems
  3. Freilegung der kompletten Milz und Durchtrennung der Vasa gastrica brevia
  4. Skelettierung des Milzhilus und Durchtrennung der Arteria und Vena splenica
  5. Mobilisation der Milz aus der Milznische und Durchtrennung der Gefäße, welche aus dem Pankreasschwanz zum Milzhilus laufen
  6. Bergung des Präparates
  7. Kontrolle auf Bluttrockenheit, Drainageneinlage
  8. Schichtweiser Wundverschluss

6 Quellen

  1. Engelhardt et al. Leitlinie Prävention von Infektionen und Thrombosen nach Splenektomie oder funktioneller Asplenie, Stand Januar 2013. Abgerufen am 17.06.2016

Fachgebiete: Viszeralchirurgie

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