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Legionella pneumophila

Englisch: Legionella pneumophila

1 Definition

Legionella pneumophila ist ein zur Gattung Legionella gehörendes Bakterium. Der Nachweis einer Erkrankung durch Legionella pneumophila ist namentlich meldepflichtig.

2 Morphologie

Legionella pneumophila ist ein obligat aerobes, gramnegatives, kurz-filamentöses, bewegliches Stäbchen mit lophotricher oder monotricher Begeißelung.

3 Eigenschaften

Bakterien der Gattung Legionella können Kohlenhydrate nicht selbstständig verwerten. Sie sind daher in der freien Natur zur Deckung ihres Energie- und Nährstoffbedarfs auf die Gesellschaft von anderen sogenannten autotrophen Mikroorganismen angewiesen.

Legionella pneumophila ist relativ resistent gegenüber äußeren Einflüssen. Sie kommt in der freien Natur im Erdboden und Wasseransammlungen vor.

Legionella pneumophila kann häufig aus Wasserleitungen, Wasserhähnen, Klimaanlagen und anderen Kühlvorrichtungen isoliert werden. Mit Legionellen kontaminierte Anlagen dieser Art können in Gemeinschaftswohneinrichtungen wie z.B. Altenwohnheimen zur Infektionsquelle für epidemische Erkrankungen durch Legionella pneumophila werden. Präventiv ist daher auf sachgemäße Installation und Wartung von Wasser- und Lüftungsanlagen zu achten.

4 Übertragung

Legionellen werden aerogen aus der Umgebungsluft aufgenommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht gegeben.

5 Krankheitsbilder

5.1 Pathogenese

Nach der Einatmung siedelt sich Legionella pneumophila in der Lunge an. Durch Schutzmechanismen entgehen die Legionellen nach der Phagozytose durch Makrophagen der intrazellulären Abtötung. Die Legionellen vermehren sich intrazellulär und produzieren Proteasen, die Surfactant spalten. Es kommt zur Entzündung der Alveolen und der Alveolarsepten.

Prinzipiell ist eine von der Lunge ausgehende Ausschwemmung des Erregers in den Blutkreislauf im Sinne einer Sepsis möglich. In der Folge kommt es zur hämatogenen Absiedlung in verschiedenen Organen des Körpers.

6 Mikrobiologische Diagnostik

Als Untersuchungsgut für Mikroskopie und Anzucht kommt Bronchialsekret (Bronchoalveoläre Lavage) in Frage. Für den Antigennachweis mittels ELISA oder Immunchromatographie ist eine Urinprobe notwendig.

6.1 Anzucht

Die Anzucht ist auf cysteinhaltigen Wachstumsmedien möglich. Cystein ist für Legionellen ein essentieller Wachstumsfaktor. Die erfolgreiche Anzucht erfolgt in der Regel nach einer Bebrütung von ca. 8-10 Tagen. Typisch ist also ein langsames Wachstum. Die Anzucht kann auch auf BCYE-Agar (Buffered Charcoal Yeast Extract, übersetzt: "gepufferter Holzkohle-Hefeextrakt") erfolgen.

6.2 Mikroskopischer Nachweis

Aus Bronchialsekret können direkt Präparate erstellt werden, die mit Fluoreszenzfarbstoffen angefärbt und unter dem Lichtmikroskop betrachtet werden können. Dies erlaubt eine schnelle Verdachtsdiagnose.

7 Antibiotische Therapie

Nach derzeitigem Kenntnisstand (2014) sind Antibiotika mit hoher intrazellulärer Aufnahme am effektivsten. Mittel der Wahl ist das Levofloxacin, das in höchstmöglicher Dosis appliziert wird. Bei Patienten mit intaktem Immunsystem sollte die orale Therapie 5 - 10 Tage dauern. Infizierte mit nachgewiesener Immunschwäche sollten 3 Wochen behandelt werden. Eine zusätzliche Gabe von Rifampicin wird heute nicht mehr empfohlen.

Alternative Wirkstoffe gegen Legionella pneumophila sind die Makrolidantibiotika Clarithromycin und Azithromycin.

8 Meldepflicht

Nach §6 IfSG Abs. 1 IfSG (Meldepflichtige Krankheiten) besteht keine Meldepflicht für Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod. Treten Legionellen-Infektionen als nosokomiale Infektionen gehäuft auf, sind sie nach §6 Abs. 3 IfSG als "Ausbruch" dem Gesundheitsamt nicht-namentlich zu melden.[1]

Nach §7 IfSG (Meldepflichtige Nachweise von Krankheitserregern) ist der direkte und indirekte Nachweis von Legionella spp. namentlich meldepflichtig, wenn ein Hinweis auf eine akute Infektion besteht.[2]

9 Hintergrund

Die Legionellen-Pneumonie wurde erstmals 1976 bei einem epidemischen Krankheitsausbruch nach einem Treffen von Mitgliedern der "American Legion" in Philadelphia zusammen mit der als Pontiac-Fieber bezeichneten milderen Verlaufsform beschrieben. Von 182 erkrankten Veteranen verstarben 29 an den Folgen der Infektion, die seitdem auch als "Legionärskrankheit" bezeichnet wird.

10 Quellen

  1. Gesetze im Internet §6 IfSG
  2. Gesetze im Internet §7 IfSG

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