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Chlamydia pneumoniae

Englisch: chlamydia pneumoniae

1 Definition

Chlamydia pneumoniae ist ein Bakterium aus der Familie der Chlamydien und verursacht Entzündungen der Atemwege.

2 Erreger

Chlamydia pneumoniae ist ein sehr kleines (0,2-1 µm) Bakterium, das sowohl eine RNS, als auch eine DNS besitzt. Es verfügt zwar über eine Zellwand, diese enthält aber keine Peptidoglykan-/Mureinschicht, weswegen der Erreger nicht nach Gramfärbung anfärbbar ist. Dies ist auch der Grund dafür, wieso eine Therapie mit Beta-Laktam-Antibiotika erfolglos wäre, da diese ja nur auf Bakterien wirken, die eine Mureinschicht aufbauen können. Auch das im Endosom vorkommende Enzym Lysozym, das normalerweise die Zellwand von Bakterien angreift und zerstört, bleibt hier ohne Wirkung. Da Chlamydia pneumoniae aufgrund eines veränderten Stoffwechsels keine Nucleotidsynthese (ATP, GTP, UTP) betreiben können, brauchen sie zum Wachstum Energie aus der Wirtszelle und werden deshalb als Energieparasiten bezeichnet. Daher zählen sie auch zu den obligat intrazellulären Erregern.

3 Reservoir

Das Erregerreservoir stellt der Mensch, meistens in einem Alter von 15-25 Jahren, dar. Der Erreger existiert in Form eines sogenannten Elementarkörpers, der biologisch inaktiv, jedoch stark umweltresistent ist. Dies ermöglicht ihm auch ein extrazelluläres Überleben.

4 Übertragung

Der Elementarkörper wird aerogen von einer infizierten Person auf eine nicht-infizierte Person, also über Tröpfcheninfektion, übertragen. Daraufhin wird der Elementarkörper endosomal aufgenommen, was die Endozytose darstellt, kann aber aufgrund seines Zellwandaufbaus nicht vom darin enthaltenen Lysozym gespalten werden. Stattdessen entwickelt er sich zum Retikularkörper weiter und kann sich nun unbegrenzt vermehren. Später entwickelt er sich zurück zum Elementarkörper, sodass eine Ausatmung aus der Lunge die Basis für eine Törpcheninfektion verschafft. Man spricht von einem Lebenszyklus von Chlamydia pneumoniae, in dem der Elementarkörper andere infizieren, sich aber im eigentlichen Wirtsorganismus nicht vermehren kann, der Retikularkörper hingegen sich im Wirtsorganismus vermehren, aber nicht andere infizieren kann.

5 Klinik

Das Bakterium führt meistens zu einer leichten Tracheobronchitis oder bei Immunsupprimierten zu einer atypischen und interstitiellen Pneumonie. Normalerweise zeichnet sich jedoch eine Infektion nur durch leichte Halsschmerzen aus, weswegen es auch oft zu keiner Diagnosestellung kommt. Dies erklärt auch die hohe Durchseuchung in der Gesellschaft, denn rund 70% tragen den Erreger im Organismus. Selten kommt es auch zur reaktiven Arthritis. Inzwischen wird auch ein Zusammenhang mit koronaren Herzkrankheiten und Arteriosklerose diskutiert.

6 Diagnostik

7 Therapie

Zur Behandlung werden meistens Tetracycline wie Doxycyclin und bei Kindern Makrolide wie z.B. Erythromycin herangezogen. Auch Gyrasehemmer eignen sich hierfür.

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