Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Mycoplasma pneumoniae

Englisch: mycoplasma pneumoniae

1 Definition

Mykoplasma pneumoniae ist ein Bakterium aus der Familie der Mycoplasmataceae und verursacht Entzündungen der Atemwege.

2 Erreger

Mykoplasma pneumoniae ist ein sehr kleines (0,1-0,6 µm) Bakterium, das sowohl eine RNS, als auch eine DNS besitzt. Mykoplasmen sind allgemein gesehen zwar flexibel, zeigen aber nur mangelnde osmotische Resistenz. Sie verfügen über keine Zellwand, weswegen der Erreger nicht nach Gramfärbung anfärbbar ist. Dies ist auch der Grund dafür, wieso eine Therapie mit Beta-Laktam-Antibiotika erfolglos wäre, da diese ja nur auf Bakterien wirken, die eine Zellwand mit einer Mureinschicht aufbauen können. Auch das im Endosom vorkommende Enzym Lysozym, das normalerweise die Zellwand von Bakterien angreift und zerstört, bleibt hier ohne Wirkung. Da Mykoplasma pneumoniae aufgrund eines veränderten Stoffwechsels keine Cholesterolsynthese betreiben können, brauchen sie dieses zum Wachstum aus der Wirtszelle. Außerdem besitzt der Erreger spezielle Oberflächenmoleküle, die jedoch keine Pili sind, dennoch aber als Zytoadhäsine zur Anheftung am Respirationsepithel dienen. Zu den Pathogenitätsfaktoren zählen bestimmte Superantigene (B- und T-Zell-Mitogene, die die Zellteilung induzieren) und die Bildung von Sauerstoffradikalen, was letztendlich zum Epithelschaden führt.

3 Reservoir

Das Erregerreservoir stellt nur der Mensch vor allem im Alter von fünf bis 15 Jahren dar.

4 Übertragung

Die Übertragung von Mycoplasma pneumonieae erfolgt aerogen, also über Tröpfcheninfektion. Epidemiologisch gesehen besteht eine hohe Durchseuchung der Gesellschaft, da der Erreger auch hoch kontagiös ist.

5 Klinik

Das Bakterium führt meistens zu einer leichten Tracheobronchitis oder vor allem bei Kindern zu einer atypischen und interstitiellen Pneumonie. Normalerweise zeichnet sich jedoch eine Infektion nur durch leichte Halsschmerzen aus, weswegen es auch oft zu keiner Diagnosestellung kommt. Dies erklärt auch die hohe Durchseuchung in der Gesellschaft. Extrapulmonale Manifestationen können sich folgendermaßen äußern:

6 Diagnostik

Material gewinnt man normalerweise aus dem Sputum, dem Trachealsekret oder mit Hilfe einer bronchoalveolären Lavage (BAL).

7 Therapie

Zur Behandlung werden meistens Tetracycline wie Doxycyclin und bei Kindern Makrolide wie z.B. Erythromycin herangezogen. Auch Gyrasehemmer wie Moxifloxacin eignen sich hierfür.

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

5 Wertungen (4.4 ø)
Teilen

53.971 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: