Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Konjunktivitis

(Weitergeleitet von Bindehautentzündung)

Synonyme: Bindehautentzündung, Conjunctivitis
Englisch: conjunctivitis, "pink eye"

1 Definition

Die Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges.

2 Einteilung

2.1 ...nach Verlauf

  • akute Konjunktivitis (Conjunctivitis acuta)
  • chronische Konjunktivitis (Conjunctivitis chronica)

2.2 ... nach Ätiologie

3 Ursachen

Eine Konjunktivitis kann vielfältige Ursachen haben:

3.1 Bakterielle Konjunktivitis

Eine bakterielle Konjunktivitis entsteht häufig durch Infektionen mit Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken. Meist tritt sie in Kombination mit einer Blepharitis und Keratitis punctata superficialis auf. Die Absonderungen sind eitrig.

Folgende spezifische bakterielle Konjunktivitiden werden unterschieden:

3.2 Virale Konjunktivitis

Eine virale Konjunktivitis ist oft mit fieberhaften Allgemeinerkrankungen kombiniert und sehr ansteckend. Fast alle pathogenen Viren kommen als Erreger in Betracht. Die Absonderungen sind überwiegend serös. Meist reagiert die Hornhaut in Form einer Keratitis punctata superficialis mit.

Man unterscheidet zwischen folgenden spezifischen Krankeitsbildern:

3.3 Mykotische Konjunktivitis

Eine mykotische Konjunktivitis ist selten und manifestiert sich i.d.R. als Keratomykose oder im Zusammenhang mit einer mykotischen Canaliculitis. Meist finden sich umschriebene gelbliche Infiltrate oder Granulome.

3.4 Parasitäre Konjunktivitis

Eine parasitäre Konjunktivitis entsteht z.B. im Rahmen einer Askariasis, Toxocariasis, Loiasis oder Trichinose. Weitere Ursachen sind das Eindringen von Fliegeneiern unter die Bindehaut (Ophthalmomyiasis).

Als Conjunctivitis nodosa wird eine Bindehautentzündung bezeichnet, die durch akzidentell ins Auge gelangte Raupen- bzw. Klettenhaare oder Insektenstachel verursacht wird. Die Folge ist die Bildung eines Fremdkörpergranuloms.

3.5 Allergische Konjunktivitis

Eine allergische Konjunktivitis tritt bei Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten oder bestimmten Antigenen (z.B. Pollenstaub, Bakterien, Kosmetika) auf.

Spezifische Krankheitsbilder sind:

4 Klinik

Leitsymptom einer Konjunktivitis ist das "rote Auge". An der bulbären Konjunktiva besteht eine konjunktivale Injektion oder eine Chemosis. Die tarsale Konjuktiva ist hyperämisch. Die Bindehaut produziert ein seröses, schleimiges, eitriges oder hämorrhagisches Sekret, das an den Lidrändern als Borke haften kann. Zum Teil bilden sich auch fibrinöse Membranen aus, sodass der Patient v.a. am Morgen über verklebte Augen klagt.

Weitere Symptome sind:

Betroffene Personen können die Lide krampfartig geschlossen halten (Blepharospasmus) oder Probleme haben, das Auge zu öffnen. Bei unkomplizierten Verläufen erfolgt keine Beeinträchtigung des Visus.

5 Komplikationen

Zu den Komplikationen der Konjunktivitis zählen:

6 Differenzialdiagnosen

7 Therapie

Die Therapie der Konjunktivitis richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Sie erfolgt i.d.R. durch lokale Maßnahmen, d.h. Augentropfen oder Augensalben. Bei bakterieller Infektion enthalten diese ein Antibiotikum (z.B. Kanamycin oder Gentamicin), z.T. in Kombination mit einem Glukokortikoid.

Bei viralen Infektionen werden antiphlogistische oder glukokortikoidhaltige Augentropfen verwendet. Bei allergischen Konjunktivitiden sind abschwellende (z.B. Tetryzolin, Tramazolin) und glukokortikodhaltige Augentropfen indiziert. Zusätzlich werden H1-Rezeptorantagonisten (z.B. Levocabastin) appliziert.

Steht die Trockenheit des Auges im Vordergrund, können Tränenersatzmittel oder Augensalben hilfreich sein.

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Juli 2020 um 18:51 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

18 Wertungen (3.61 ø)

147.070 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: