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Corynebacterium diphtheriae

Synonym: Bacterium diphtheriae

1 Definition

Corynebacterium diphtheriae ist das Bakterium, das die Erkrankung Diphtherie auslöst.

2 Eigenschaften

Corynebacterium diphtheriae sind grampositive Stäbchenbakterien die zu den Korynebakterien gehören. Charakteristisch sind die Endverdichtungen des Bakteriums, welche in der Neisser-Färbung als Polkörperchen dargestellt werden können. Die Polkörperchen bestehen aus Metaphosphaten und Calcium. Unter dem Mikroskop erinnern die Bakterien an chinesische Schriftzeichen, da sie sich in charakteristischer Weise aneinander lagern.

Das Bakterium wächst fakultativ anaerob und ist kälteresistent. Weder Harnstoff noch Cystin können abgebaut werden.

3 Pathogenität

Nur wenn das Bakterium Diphtherietoxin bildet, ist es in der Lage, eine Diphtherie auszulösen. Das Diphterietoxin ist ein Exotoxin, das die Bakterienzelle nur synthetisieren kann, wenn sie durch einen Phagen infiziert ist (Lysogenie).

Das Toxin besteht aus zwei Untereinheiten, A und B. Das B-Fragment des Toxins bindet an die Zielzelle, so dass die A-Untereinheit in die Zelle eindringen kann. Dann blockiert das A-Fragment die Proteinsynthese der Zelle.

Der Erreger wird durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. 3-5 Tage nach Infektion entsteht eine Lokalinfektion an der Eintrittstelle des Bakteriums, woraus sich dann das klinische Bild der Diphtherie entwickelt. Als Komplikation kann es zu einer systemischen Infektion oder zu Spätfolgen kommen.

4 Nachweis

Der schnelle Nachweis erfolgt über Betrachtung im Mikroskop, wobei vor allem auf die charakteristischen Polkörperchen geachtet wird. Diese sind vor allem im Löfflerserum ausgeprägt sichtbar. In der Neisser-Färbung erscheinen die Polkörper schwarzblau, die restliche Zelle hellgelb - dadurch erinnern die Bakterien an Streichhölzer.

Die Anzüchtung des Bakteriums ist auf blut- oder serumhaltigen Nährmedien möglich. Sinnvoll ist die Verwendung eines Selektivmediums, damit die Begleitflora unterdrückt wird.

Auf tellurithaltigen Nährböden erscheint Corynebacterium diphtheriae schwarz, da Tellurit zu metallischem Tellur reduziert wird. Auf Clauber-Nährmedium wächst das Bakterium in schwarzblauen Kolonien mit blauem Hof. Hier wird eine Verschiebung des pH-Werts in den sauren Bereich mit dem Indikator "Wasserblau" angezeigt.

Der genaue Nachweis kann mittels einer Bunten Reihe erfolgen.

Das Diphtherietoxin kann durch den ELEK-Test (Immundiffusionstest nach Ouchterlony) nachgewiesen werden. Das Bakterium wird strichförmig auf ein Medium aufgebracht. Wird ein Toxin gebildet und sezerniert, diffundiert dieses ins Nährmedium. Senkrecht zur Bakterienkultur liegt ein Filterpapierstreifen, der mit Antitoxin beschichtet ist. An dem Punkt, an dem Toxin und Antitoxin aufeinandertreffen, wird eine feine Linie sichtbar (Präzipitation).

Eine weitere Möglichkeit ist der Nachweis des Diphtherietoxin-Gens mittels PCR.

5 Therapie

Schon bei Verdacht auf Erkrankung muss mit Diphtherie-Antitoxin behandelt werden. Dabei muss mit anaphylaktischen Reaktionen gerechnet werden. Gleichzeitig sollte eine Therapie mit Antibiotika begonnen werden. Eingesetzt werden beispielsweise Penicillin, Erythromycin oder Clarithromycin.

6 Prophylaxe

Eine Impfung gegen Diphtherie ist in Form einer aktiven Immunisierung mit einem Totimpfstoff möglich. Die Impfstoffe für Kinder und Erwachsene unterscheiden sich. Der Erwachsenenimpfstoff sollte keinesfalls für Kinder unter 6 Jahren eingesetzt werden, da hierbei die Gefahr von Komplikationen besteht. Aufgrund der im Impfstoff enthaltenen Konservierungsstoffe kann es gelegentlich zu allergischen Reaktionen kommen.

7 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 03.03.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 3. März 2021 um 15:21 Uhr bearbeitet.

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