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Tetryzolin

Synonyme: Tetrahydrozolin, Tetryzolinum
Handelsnamen: Visine®
Englisch: tetryzoline

1 Definition

Tetryzolin ist ein vasokonstriktorischer Arzneistoff aus der Gruppe der Alpha-Sympathomimetika, der in schleimhautabschwellenden Augen- oder Nasentropfen zu finden ist. Tetryzolin gehört zusammen mit Naphazolin, Oxymetazolin und Xylometazolin zu den Imidazol-Derivaten.

2 Chemie

Tetryzolin besitzt die Summenformel C13H16N2 und nach IUPAC die chemische Bezeichnung 2-(1,2,3,4-tetrahydronaphthalen-1-yl)-4,5-dihydro-1H-imidazol. Die molare Masse beträgt
200,28 g·mol-1. Der Schmelzpunkt von Tetryzolin liegt bei 117-119 °C.

Pharmakologisch wird oft die Hydrochlorid-Form des Wirkstoffes eingesetzt. Hydrochloride sind Salze mit erhöhter Stabilität und Wasserlöslichkeit verglichen mit den Eigenschaften der Ausgangsbase. So liegt der Schmelzpunkt von Tetryzolin-Hydrochlorid bei 256–257 °C. Es ist gut in Wasser und Ethanol löslich, sehr schwer in Chloroform löslich und praktisch unlöslich in Ether. Die molare Masse beträgt 236,75 g·mol−1.

3 Pharmakologie

Tetryzolin wirkt agonistisch an Alpha-Adrenorezeptoren den sympathischen Nervensystems und imitiert so die Wirkung von Adrenalin. Bei topischer Applikation mittels Augen- oder Nasentropfen resultiert eine Vasokonstriktion der Blutgefäße und eine Schleimhautabschwellung. Die Wirkung tritt unmittelbar ein und hält etwa 4 bis 6 Stunden an.

4 Indikationen

Der Arzneistoff dient der symptomatischen Behandlung folgender Krankheitsbilder:

Die Therapiedauer sollte nicht länger als 3 bis 5 Tage hintereinander betragen, da bei Daueranwendung eine Schleimhautatrophie auftreten kann.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen sind lokale Unverträglichkeitsreaktionen in Form von Brennen, Trockenheit oder reaktiver Hyperämie der Schleimhaut. Insbesondere eine Überdosierung oder Langzeitanwendung kann außerdem eine Rhinitis medicamentosa auslösen. Bei fortbestehender Anwendung kann außerdem eine Rhinitis sicca mit Borken- und Krustenbildung der Schleimhaut sowie irreversibler Schleimhautschädigung auftreten.

Gelegentlich resultiert eine Resorption von Tetryzolin in systemischen Nebenwirkungen wie Hypertonie, Tachykardie, Kopfschmerzen, Tremor oder Schwitzen. Diese Gefahr besteht insbesondere bei Kindern.

6 Kontraindikationen

Unter folgenden Umständen ist eine Anwendung kontrainduziert:

  • Überempfindlichkeit
  • Kinder unter 6 Jahren
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Rhinitis sicca
  • Engwinkelglaukom

Zusätzlich sollte bei schweren Herzkreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Hyperthyreose oder bei Vorliegen eines Phäochromozytoms zunächst ein Arzt konsultiert werden.

7 Arzneimittelinteraktionen

Bei der Anwendung von Tetryzolin wurden Wechselwirkungen mit MAO-Inhibitoren, trizyklischen Antidepressiva und blutdrucksteigernden Pharmaka beschrieben.

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