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Augentropfen

Synonym: Oculoguttae
Englisch: eye drop

1. Definition

Augentropfen sind eine vor allem in der Ophthalmologie eingesetzte Darreichungsform von Arzneimitteln zur äußerlichen Anwendung am Auge.

2. Hintergrund

Augentropfen können in wässrigen oder öligen Zubereitungen vorliegen und sind entweder in kleinen Einmaldosisbehältern (EDO; Ophtiole) aus Kunststoff oder in Augentropffläschchen aus Glas konfektioniert. Um Reizerscheinungen zu vermeiden, muss das Trägermedium einen physiologischen pH-Wert (um 7,4) besitzen oder ausreichend gepuffert sein. Nach Vorschrift des Europäischen Arzneibuchs werden Augentropfen immer steril hergestellt und sind in Deutschland apothekenpflichtig.

Für wässrige Lösungen wird ein Tropfen durchschnittlich mit 0,05 Gramm (50 mg) bzw. 50 Mikroliter (50 µl) angegeben, sodass 20 Tropfen 1 ml Flüssigkeit entsprechen. Der Wirkstoffgehalt wird in Prozent (Gramm/100 ml) angegeben. Die Haltbarkeit von Augentropfen kann durch Konservierungsmittel stabilisiert werden. Am häufigsten wird dazu Benzalkoniumchlorid verwendet.

3. Anwendung

Durch das Einträufeln in den Bindehautsack gelangt der Wirkstoff auf die Augenoberfläche und wird dadurch topisch an der Konjunktiva (Bindehaut) und der Kornea (Hornhaut) sowie durch Resorptionsvorgänge im Augeninneren wirksam. Die Penetration der Hornhaut ist konzentrationsabhängig. Der Tränenfilm des Auges und der regelmäßige Lidschlag bewirken einen raschen Abtransport der Flüssigkeit über die Tränenwege, sodass der Wirkstoff anteilig in den Tränensack und von dort auf die Nasenschleimhaut gelangt. Auch auf diesem Weg kann der Wirkstoff resorbiert werden, was u.U. systemische Wirkungen nach sich zieht.[1]

4. Indikationen

Augentropfen werden mit wechselnden Wirkstoffen bei einer Vielzahl von Erkrankungen des Auges eingesetzt. Häufige Indikationen sind zum Beispiel

Eine weitere häufige Anwendung finden sie im Rahmen der augenärztlichen Diagnostik oder bei Eingriffen am Auge, zum Beispiel zur Erzeugung einer diagnostischen Mydriasis oder zur Anästhesie der Kornea.

5. Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Augentropfen kann es

Die regelmäßige Anwendung von Augentropfen, insbesondere solchen mit Konservierungsmitteln, ist eine der häufigsten Ursachen für das "trockene Auge" (Sicca-Syndrom). Bei der Selbstmedikation von Tränenersatzmitteln sollten nur konservierungsmittelfreie Präparate verwendet werden.

Vorsicht ist auch glukokortikoidhaltigen Augentropfen geboten, die bei längerer Anwendung eine Erhöhung des Augeninnendrucks und dadurch ein sogenanntes Steroidglaukom auslösen, das sehr hartnäckig persistieren kann.[1]

Alle Wirkstoffe, die die den Durchmesser der Pupille (Miosis oder Mydriasis) und/oder die Akkommodation des Auges beeinflussen, führen zu Sehstörungen, welche die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.[1]

6. Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 Baum M. Medikamente und Auge. Ärzteblatt Thüringen. 2023

7. Literatur

  • Erb C, Schlote T (Hrsg.) Medikamentöse Augentherapie. 6. Aufl., Stuttgart : Thieme 2016
Stichworte: Darreichungsform

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