Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Rhinosinusitis

Englisch: rhinosinusitis

1 Definition

Von einer Rhinosinusitis, kurz RS, spricht man, wenn gleichzeitig eine Entzündung der Nasenschleimhaut ("Rhinitis") und eine Entzündung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen ("Sinusitis") vorliegt.

2 Hintergrund

Eine Sinusitis geht in der Regel immer mit einer Entzündung der Nasenschleimhaut einher, da die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen und der Nase eine funktionelle Einheit bilden. Nach Übereinkunft, niedergelegt in den Leitlinien, ist der Begriff "Sinusitis" generell durch "Rhinosinusitis" zu ersetzen. Der Begriff "chronische Rhinosinusitis" ersetzt die ältere Bezeichnung "chronische Nasennebenhöhlenentzündung".

Nach der International Classification for Diseases (ICD10) werden entzündliche Erkrankungen der oberen Atemwege nach ihrer anatomischen Lokalisation klassifiziert - so auch getrennt für Rhinitis und Sinusitis. Eine Verschlüsselung für die CRS existiert bislang (2015) nicht. Dagegen ist ein getrennter Schlüssel für die Rhinopharyngitis vorgesehen.

3 Einteilung

Man unterscheidet

  • akute Rhinosinusitis (ARS): Symptome kürzer als 4 Wochen und
  • chronische Rhinosinusitis (CRS): Symptome länger als 12 Wochen, mit oder ohne Polypen

4 Pathophysiologie

Es wird immer noch häufig angenommen, dass sich ein großer Teil der chronischen Sinusitiden aus akuten Sinusitiden entwickelt. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass dies nicht so ist. Die Entstehungsweise einer akuten und einer chronischen Sinusitis wird inzwischen sogar als unterschiedlich angesehen, da Viren die häufigste Ursache einer akuten Rhinosinusitis und Bakterien bzw. Allergie die häufigste Ursache einer CRS darstellen.

Die Entzündung oder Allergie bewirkt eine Schleimhautschwellung ggf. Polypenbildung, die wiederum eine Verengung der Ostien und dadurch einen Sekretstau in den Nasennebenhöhlen verursacht. Das Nasensekret kann sich sekundär bakteriell infizieren. Viren wie Rhino-, Influenza- und Parainfluenzaviren sowie Chlamydia pneumoniae und Mycoplasmen zählen zu den häufigsten Verursachern der akuten Rhinosinusitis. Das Krankheitsbild verschlimmert sich bei Erliegen des ziliären Transportes durch Schädigung der Epithelschicht.

5 Symptome

Das am häufigsten genannte und am meisten beeinträchtigende Symptom stellte die nasale Obstruktion ("Nase zu") dar, dicht gefolgt vom Rhinorrhoe ("Nasenlaufen"). Weitere Symptome sind

Die gezielte Abfrage der Symptome ist für die Diagnosefindung wichtig: Die Definition der CRS nach Leitlinie stützt auf das Vorhandensein eben dieser Symptome. Auch für die Behandlung ist es wichtig, das "Zielsymptom" herausfinden, welches den Patienten am meisten irritiert. Hierauf lässt sich auch eine "Zielbehandlung" aufbauen, welche auf den Krankheitszustand abzielt, der am ehesten für das Symptom verantwortlich ist.

6 Komplikationen

Breiten sich die Erreger in benachbarte Strukturen des Kopfes (Augenhöhle, Schädelbasis etc.) aus, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, z.B.:

7 Therapie

Die Therapie richtet ist nach der jeweils gültigen Leitlinie. Wenn möglich, sind auslösende Ursachen mitzubehandeln.

Die Inhalationstherapie entfernt mechanisch Ablagerungen und trägt bei allergischen und entzündlichen Rhinosinusitis zur Linderung von Beschwerden bei. Sie beseitigt die vom Patienten als lästig empfundene Obstruktion, lindert die Irritation der Nasenschleimhaut und hilft der Selbstreinigung.

8 Aktuelle Leitlinien

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

23 Wertungen (3.52 ø)

35.578 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: