Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Spannungskopfschmerz

1 Definition

Unter dem Spannungskopfschmerz versteht man einen Kopfschmerz von dumpf drückendem Charakter, der holozephal oder bifrontal auftritt und wahrscheinlich eine Reaktion des Gehirns auf verschiedene Reize darstellt.

2 Epidemiologie

Es wird davon ausgegangen, dass zwei bis drei Prozent der Bevölkerung täglich unter Spannungskopfschmerzen leiden. Spannungskopfschmerzen stellen somit die häufigste Kopfschmerzerkrankung dar. Die Lebensprävalenz liegt bei neunzig Prozent. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

3 Formen

Man unterscheidet den episodischen Spannungskopfschmerz, der an weniger als fünfzehn Tagen pro Monat auftritt, vom chronischen Spannungskopfschmerz. Dieser tritt an mehr als fünfzehn Tagen pro Monat oder an mehr als 180 Tagen pro Jahr auf. Chronischer Spannungskopfschmerz tritt, im Vergleich zu episodischen Spannungskopfschmerzen, gehäuft im Alter auf.

4 Ätiopathogenese

Es wird vermutet, dass der Spannungskopfschmerz eine Reaktion des Gehirns auf verschiedene Reize darstellt. Zu den Reizen gehören z.B. eine Hyperkapnie, psychischer Stress sowie eine Anspannung der perikraniellen Muskulatur, wobei die Reize schmerzverarbeitende Systeme aktivieren.

Chronische Spannungskopfschmerzen beruhen auf einer Erniedrigung des Schwellenwertes in schmerzverarbeitenden Systemen, die wahrscheinlich durch eine Vasodilatation hervorgerufen wird. Durch die Erniedrigung des Schwellenwertes führen immer geringere Reize zu Spannungskopfschmerzen.

5 Klinik

Spannungskopfschmerzen sind von dumpf drückendem Charakter und treten beidseitig auf. Vegetative Symptome wie z.B. Übelkeit und Erbrechen sind gering ausgeprägt oder fehlen ganz.

6 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte eine Migräne ausgeschlossen werden. Nach möglichen Erkrankungen aus dem Bereich der Inneren Medizin, der HNO und der Neurologie, die zu spannungskopfschmerzartigen Schmerzen führen können, sollte gesucht werden. Aber auch ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz sollte ausgeschlossen werden.

7 Diagnostik

Wenn der betroffene Patient zwischen fünfzehn und 35 Jahre alt ist, darf die Diagnose klinisch nach IHS-Kriterien gestellt werde. Zuvor sollten jedoch durch eine gründliche Anamnese und eine gründliche neurologische Untersuchung andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Wenn Anamnese und Untersuchung auf eine andere Erkrankung hinweisen, sollte eine weitergehende Diagnostik (z.B. Lumbalpunktion, Computertomographie, Magnetresonanztomographie) erfolgen. Auch wenn das Alter des Patienten bei Erstmanifestation über 40 Jahren liegt oder sich der Schmerzcharakter geändert hat, sollte eine ausführlichere Diagnostik erfolgen.

8 Therapie

Die Therapie besteht in der Gabe von NSAR. Um die Entwicklung eines medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu verhindern, sollte auf Mischanalgetika verzichtet und eine Höchstdosis festgelegt werden.

8.1 Akuter Spannungskopfschmerz

Die AKdÄ empfiehlt folgende Wirkstoffe und Dosierungen zur Behandlung des akuten Spannungskopfschmerzes.[1]

Wirkstoff Einzeldosis (mg) maximale Tagesdosis (mg)
Analgetika
Paracetamol 500 - 1.000 2.000
Metamizol 500 - 1.000 2.000
Nichtsteroidale Antiphlogistika/Analgetika
Acetylsalicylsäure 500 - 1.000 1.500
Ibuprofen 400 - 600 1.200
Naproxen 500 - 1.000 1.000

8.2 Chronischer Spannungskopfschmerz

Die AKdÄ empfiehlt folgende Wirkstoffe und Dosierungen zur Behandlung des chronischen Spannungskopfschmerzes.[1]

Wirkstoff Tagesdosis (mg) maximale Tagesdosis (mg)
1. Wahl: Antidepressiva
Amitriptylin 25-75 150
Amitriptylinoxid 30-90 120
Doxepin 25-75 150
Clomipramin 25-75 150
Imipramin 30-75 100
2. Wahl: falls nach 6-8 Wochen ohne Erfolg
Mianserin 30-60 90
Maprotilin 25-50 100

Unwirksam bei chronischem Spannungskopfschmerz sind selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitoren (SSRI).

9 Prophylaxe

Mögliche Triggerfaktoren sollten analysiert und vermieden werden. Auch das Erlernen eines Entspannungsverfahrens kann prophylaktisch wirken. Gegebenenfalls kann auch eine medikamentöse Therapie mit trizyklischen Antidepressiva erfolgen. Akupunktur kann sich ebenfalls günstig auswirken.

10 Quellen

  1. 1,0 1,1 Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ): Empfehlungen zur Therapie chronischer Kopf- und Gesichtsschmerzen (Oktober 2001)

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