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Schleifendiuretikum

Englisch: loop diuretic

1 Definition

Schleifendiuretika sind hoch wirksame harntreibende Medikamente (Diuretika). Sie können die Urinproduktion, unter Flüssigkeitsersatz durch Infusionen, auf 30 bis 40 Liter pro Tag erhöhen.

2 Wirkmechanismus

Die Wirksamkeit der Schleifendiuretika beruht auf einer reversiblen Hemmung des Na-K-2Cl-Cotransporters im Nephron, genauer im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife der Niere. Dort hemmen sie die Wiederaufnahme von Natriumionen, Kaliumionen und Chloridionen aus dem Primärharn in den Körper, was zu einer erhöhten Salzkonzentration führt, die osmotisch die Wassermenge im Harn erhöht und so die Harnausscheidung vermehrt.

Schleifendiuretika vermehren über Kopplungseffekte die Ausscheidung von Calcium, Magnesium, Kalium und Protonen. Desweiteren bewirken sie eine gesteigerte Nierenperfusion durch Aktivierung der intrarenalen Prostaglandinsynthese. Noch vor der diuretischen Wirkung bewirken Schleifendiuretika eine Vorlast-Senkung durch venöse Vasodilatation über Aktivierung des RAAS-Systems.

Schleifendiuretika sind die einzigen High-Ceiling-Diuretika, d.h. sie besitzen eine steile Dosis-Wirkungs-Kurve, sodass die Diurese über einen großen Bereich proportional zur Dosis gesteigert werden kann.

3 Substanzen

Der größte Teil der Schleifendiuretika sind Sulfonamid-Derivate. Zu den bekanntesten und am häufigsten benutzten Schleifendiuretika gehören:

Etacrynsäure (Hydromedin®) unterscheidet sich in der Wirkungsweise von anderen Schleifendiuretika.

4 Indikationen

Schleifendiuretika werden insbesondere eingesetzt, um unnötige Wasseransammlungen im Körper auszuschwemmen, unabhängig von der Genese (kardiale, renale, hepatogene Ödeme). Weitere Indikationen sind:

5 Nebenwirkungen

Bei überschießender Diurese droht eine Dehydratation, die sich u.a. durch (Schwindel, Schwäche und orthostatische Beschwerden, Kopfschmerzen und Durst zeigen kann. Durch den Flüssigkeitsverlust kann es zu einer Bluteindickung (Hämokonzentration) kommen, deshalb ist es wichtig bei einer Therapie mit Schleifendiuretika auf eine ausreichende Flüssigkeits-und Elektrolytzufuhr zu achten.

Eine entstehende Hypokaliämie kann durch Gabe von Kaliumsalzen, wie z.B. Kaliumchlorid, kompensiert werden. Therapielimitierend kann auch eine sich allmählich entwickelnde Hyponatriämie sein. Sie kann nur langsam durch eine Begrenzung der Trinkmenge und eine Reduktion des Schleifendiuretikums korrigiert werden.

Weitere möglichen Nebenwirkungen sind u.a.:

6 Kontraindikationen

In der Schwangerschaft und Stillzeit sind die meisten Schleifendiuretika kontraindiziert, z.T. ist eine Anwendung unter strenger Indikationsstellung zu erwägen.

Im Gegensatz zu Thiaziden sind Schleifendiuretika auch bei schwer gestörter Nierenfunktion anwendbar.

7 Wechselwirkungen

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Fachgebiete: Nephrologie, Pharmakologie

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