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Durst

Englisch: thirst

1 Definition

Durst ist das physiologische Verlangen nach Flüssigkeitsaufnahme. Das Durstgefühl ist Teil der Triebsteuerung des Menschen und basiert auf komplexen Prozessen, die das Durstgefühl auslösen, das dann durch Trinken befriedigt bzw. gestillt werden kann.

Das Korrelat des Dursts im Bereich der Nahrungsaufnahme ist der Hunger.

2 Steuerungsmechanismen

Viele verschiedene Mechanismen fungieren im menschlichen Körper zusammen um permanent ein möglichst stetiges Milieu aufrecht zu erhalten. Der Körper benötigt Wasser, um die Fließfähigkeit des Blutes zu erhalten und damit Blutgase und Nährstoffe zu transportieren, die innerhalb den Zellen den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten.

Die Verhältnisse von Flüssigkeit und Elektolyten im Blut lassen nur geringe Schwankungen zu, um diese Funktionen ausreichend erfüllen zu können. Wird dieses Gleichgewicht zu stark gestört kann es schwerwiegende Konsequenzen. Grundsätzlich können dem Durst zwei Mechanismen zugrunde liegen:

  • ein Flüssigkeitsmangel
  • eine erhöhte Konzentration an Elektrolyten

In beiden Fällen kann durch ausreichend trinken von Wasser das Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Die Osmolalität des Blutes wird durch Rezeptoren im ZNS, genauer gesagt im Hypothalamus registriert. Wichtige Sensoren, die mit dem Hypothalamus verbunden sind, sitzen im Subfornikalorgan des 3. Hirnventrikels. Steigt die Elektrolytkonzentration an, signalisiert der Hypothalamus einen Wassermangel. Wird der Durst nicht durch Flüssigkeitszufuhr gestillt, tritt eine Exsikkose ein. Neben dem Durstreiz wird in derselben Hypothalamusregion auch die Ausschüttung des Antidiuretischen Hormons (ADH) stimuliert. Diese bewirken eine vermehrte Rückresorption von Wasser und Elektrolyten in der Niere. Ein weiterer Stimulus der ADH- Sekretion ist das bei Hypovolämie freigesetzte Angiotensin II.

Neben diesem zentral gesteuerten Durstgefühl kann das Verlangen nach Flüssigkeitsaufnahme auch durch lokale Reize, zum Beispiel durch trockene Schleimhäute im Mund- und Pharynxbereich getriggert werden.

3 Normaler Flüssigkeitsbedarf

Unter normalen Bedingungen (ohne extreme körperliche Anstrengung bei durchschnittlichen mitteleuropäischen Temperaturen) beträgt der Bedarf an Wasser eines Erwachsenen etwa 2 Liter. Ohne Wasserzufuhr kann ein Mensch nur wenige Tage überleben, Kinder noch kürzere Zeitspannen. Ist dann noch immer kein Trinken möglich, tritt der Tod durch Dehydratation ein.

4 Situationen mit gesteigertem Durstgefühl

4.1 Körperliche Anstrengung

Bei größeren körperlichen Anstrengungen und/oder bei erhöhten Temperaturen kann der Flüssigkeitsbedarf stark ansteigen. Bei Extrembedingungen kann der Körper bis zu zwölf Liter Schweiß am Tag absondern. Dementsprechend viel muss getrunken werden, um die Flüssigkeit zu ersetzen.

4.2 Polydipsie

Ein nicht physiologisches, sondern extrem gesteigertes Durstgefühl bei manchen Erkrankungen wird Polydipsie genannt. Gleichzeitig zu dem stark erhöhten Durstgefühl gibt es ein großen Flüssigkeitsverlust durch viel Wasserlassen (Polyurie). Die Polydipsie zusammen mit der Polyurie können beispielsweise Symptome des Diabetes mellitus oder des Diabetes insipidus sein. Beim Diabetes mellitus werden bei hohen Blutglukosespiegeln in der Niere aus osmotischen Gründen Wasser mit ausgeschieden. Beim Diabetes insipidus tritt ein ADH-Mangel auf, wodurch es zu einer verminderten Rückresorption von Wasser in der Niere kommt. Bei beiden Krankheitsbildern können extreme Mengen Urin ausgeschieden werden (bis zu 20 Liter am Tag). Der dadurch bedingte starke Zustand des Ungleichgewichts bedingt die Polydipsie.

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