Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Psoriasisarthritis

(Weitergeleitet von Psoriasis-Arthritis)

Synonyme: Arthritis psoriatica, Arthropathia psoriatica, Psoriasis arthropathica, Osteoarthropathia psoriatica
Englisch: psoriatic arthritis

1 Definition

Als Psoriasis-Arthritis oder Arthritis psoriatica, kurz PsA, bezeichnet man das Auftreten einer Rheumafaktor-negativen Arthritis der peripheren Gelenke und/oder einer Spondylitis bei Patienten mit einer Psoriasis der Haut oder Nägel.

2 Epidemiologie

Die Prävalenz für eine Psoriasisarthritis unter Psoriasispatienten liegt in Deutschland in verschiedenen klinischen Studien zwischen 17 und 30%.[1]

3 Klinik

Moll und Wright haben die Psoriasis-Arthritis in 5 Kategorien gegliedert:

3.1 Asymmetrische Oligoarthritis

Dies ist die häufigste Arthritisform bei Psoriatikern (ca. 60%). Sie ist meist HLA-B 27 positiv. Wenn alle Gelenke eines Fingers betroffen sind, ergibt sich das Bild einer Daktylitis mit durchgehender Schwellung des gesamten Fingers ("Wurstfinger").

3.2 Symmetrische Polyarthritis

Diese Form ähnelt sehr der rheumatoiden Arthritis und ist bei 20% der Psoriasis-Arthritis-Patienten anzutreffen.

3.3 Spondylarthritis mit Sakroiliitis

Diese Form macht Symptome wie bei Morbus Bechterew und ist genauso wie dieser sehr häufig HLA-B 27 positiv. Sie macht 10% der Psoriasis-Arthritiden aus.

3.4 Befall der proximalen und distalen Interphalangealgelenke

Ähnelt sehr dem Bild der Bouchard- oder Heberden-Arthrose und macht circa 5% der Psoriasis-Arthritiden aus.

3.5 Deformierende, mutilierende Polyarthritis

Sie macht ebenfalls circa 5% der Psoriasis-Arthritiden aus. Es zeigen sich schwere osteolytische Destruktionen einzelner Finger oder Zehen. Auch kann es zu so genannten Teleskopfingern kommen: Der Finger erscheint massiv verkürzt und kann durch Zug auf die ursprüngliche Größe zurückgeführt werden. Eine Progression ist innerhalb von Monaten oder auch Jahren möglich. Aktive Schübe und Remissionsphasen korrelieren häufig mit der Krankheitsaktivität der Hautsymptomatik.

3.6 Varianten

Zu den Varianten zählt das SAPHO-Syndrom (Konstellation aus SynovitisAknePsoriasis pustulosaHyperostosisOsteitis): Hierbei handelt es sich um meine von Schmerzen begleitete Hyperostose an der Wirbelsäule und dem Sternoklavikulargelenk, begleitet von einer peripheren Arthritis, einer sterilen multifokalen Osteitis und einer Psoriasis pustulosa an Palmae und Plantae.

Bei HIV-Patienten kann eine Psoriasis sowohl kutan als auch artikulär fulminant verlaufen.

4 Diagnose

Ausgehend von einer exakten Anamneseerhebung und ganzheitlichen körperlichen Untersuchung, sind die Arthritis-Schmerzen vorzugsweise in Ruhe und nachts anzutreffen, wobei in fortgeschrittenen Stadien natürlich die Schmerzen 24 h am Tag bestehen können.

Bei der symmetrischen Polyarthritis gelten die ACR-Diagnosekriterien (Kriterien des American College of Rheumatology) wie bei der rheumatoiden Arthritis und bei Spondylarthritis/Sakroiliitis die ESSG-Diagnosekriterien (European Spondylarthropathy Study Group).

5 Therapie

  • Steroide sollten bei der Psoriasis-Arthritis nur kurzzeitig verordnet werden aufgrund der bekannten Nebenwirkungen. Außerdem kann es beim abrupten Absetzen zu schweren Exazerbationen kommen.
  • Sulfasalazin wirkt lediglich bei leichtem Gelenkbefall mit Oligoarthritis.
  • Besonders zu erwähnen sind Immunsuppressiva wie Methotrexat, das gut wirksam und verträglich ist. Es wird zumeist bei schwerem Gelenkbefall mit erheblichen Destruktionen eingesetzt.
  • Biologicals wie Etanercept, Adalimumab oder Infliximab sind Reservesubsanzen, die zwar hohe Ansprechraten vorweisen können, aber auch mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden sind. Außerdem mehren sich die Nebenwirkungen wie Neigung zu Infektionen und Tuberkulose-Reaktivierung und es wurden noch keine Langzeiterfahrungen gemacht.
    Infliximab kann darüber hinaus das Risko erhöhen an einem Lymphom zu erkranken und eine bestehende Herzinsuffizienz verschlechtern.
  • Eine arachidonsäurearme Ernährung wird empfohlen.

6 Quellen

  1. Alexander Egeberg: Supplementary data - Studies containing data on the prevalence/incidence of psoriatic arthritis (PsA) in psoriasis (PsO) patients Published: 30 May 2018 | Version 1 | DOI:10.17632/48xm3bwkdr.1

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