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Heberden-Arthrose

nach dem englischen Arzt William Heberden (1710-1801)
Synonym: Heberden-Knoten
Englisch: Heberden's disease, Heberden's node

1 Definition

Als Heberden-Arthrose bezeichnet man eine idiopathische Arthrose der Fingerendgelenke (distale Interphalangealgelenke, DIP). Die Folge sind sogenannte Heberden-Knoten.

ICD10-Code: M15.1 - Heberden-Knoten (mit Arthropathie)

2 Epidemiologie

Frauen sind etwa 10 mal häufiger als Männer betroffen. Die Heberden-Arthrose beginnt meist in der Postmenopause.

3 Ätiologie

Die genaue Ursache der Heberden-Arthrose ist zur Zeit (2020) unbekannt. Sie ist vermutlich überwiegend genetisch bedingt, wobei z.T. auch hormonelle Faktoren und Überbelastungen der Finger eine Rolle spielen.

4 Klinik

Von der Heberden-Arthrose sind häufig die Zeige-, Mittel- und Kleinfinger betroffen. Dabei zeigt sich eine chronische Gelenkschwellung und ggf. initial eine akut auftretende Arthritis der DIP. Durch die Arthrose kommt es zur Beugekontraktur in den Fingerendgelenken, die durch die arthrotischen Anbauten verdickt sind. Dauerschmerzen sind eher selten.

5 Diagnose

Das Auftreten der typischen harten Heberden-Knoten ermöglicht in den meisten Fällen die Blickdiagnose. Ein Röntgenbild kann die Diagnose bestätigen, wobei weitere bildgebende Vefahren i.d.R. nicht notwendig sind. Im Röntgen zeigen sich typische Befunde der Arthrose:

6 Differenzialdiagnosen

7 Therapie

Eine Therapie der Heberden-Arthrose ist i.d.R. nicht notwendig. Zur Reduktion der Schmerzsymptomatik und möglicher entzündlicher Komponenten können kurzfristig NSAR verabreicht werden.

Eine physikalische Therapie kann die medikamentöse Behandlung unterstützen und ergänzen. Dazu zählen u.a. Ergotherapie, Kälteanwendungen, gering dosierte axiale Traktion (manuelle Therapie), isometrische und/oder isotone Muskelkräftigung, Ultraschall und Elektrotherapie.

In besonders schweren Fällen kann eine intraartikuläre Injektion von Glukokortikoiden sowie eine Arthrodese oder Radiosynoviorthese die Beschwerden lindern.

siehe auch: Bouchard-Arthrose

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Oktober 2020 um 12:18 Uhr bearbeitet.

Danke für die Ergänzungen!
#4 am 30.07.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Natürlich wollte ich "axiale Traktion" schreiben. Aber Computertastaturen und ich?- Keine Freunde.
#3 am 30.07.2018 von Jörg Puchert (Physiotherapeut/in)
Die physikalische Therapie umfaßt natürlich mehr als nur die Bewegungstherapie und Fangopackungen. Gering dosierte Axiale Traktion (Manuelle Therapie), isometrische und/oder isotone Muskelkräftigung, Bäder mit Phytopharmaka, Ultraschall, Elektrotherapie. Da jeder Patient individuell reagiert, ist es auch immer die Suche nach der besten Vorgehensweise.
#2 am 30.07.2018 von Jörg Puchert (Physiotherapeut/in)
Sehr informativer Beitrag würde es gerne auch auf www.rheumamedikamente.com verlinken.
#1 am 29.12.2017 von Baris Can Aras (Nichtmedizinischer Beruf)

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