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Iliosakralgelenk

(Weitergeleitet von Sakroiliakalgelenk)

Synonyme: Sakroiliakalgelenk, SIG, Kreuzbein-Darmbein-Gelenk, Articulatio sacroiliaca, Articulatio iliosacralis

1 Definition

Das Iliosakralgelenk, kurz ISG, ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Os ilium (Darmbein) und dem Os sacrum (Kreuzbein).

2 Grundaufbau

Die als Facies auriculares bezeichneten Gelenkflächen sind von einer unebenen, Knorpelschicht bedeckt, wobei die Schicht auf dem Kreuzbein nahezu doppelt so dick wie die auf dem Darmbein ist.

3 Bandsicherung

Das Iliosakralgelenk ist durch zahlreiche Bänder gesichert. Zusätzlich wird es innen über den Musculus piriformis und außen über den Musculus gluteus maximus verspannt.

3.1 Ligamenta sacroiliaca anteriora

Die Ligamenta sacroiliaca anteriora überbrücken auf der Ventralseite den Gelenkspalt.

3.2 Ligamenta sacroiliaca posteriora et interossea

Die Ligamenta sacroiliaca posteriora und die Ligamenta sacroiliaca interossea ziehen von der Tuberositas iliaca zum Kreuzbein und verhindern, dass das Kreuzbein in die Beckenhöhle rutscht.

3.3 Ligamentum iliolumbale

Die von den Processus costales des fünften Lendenwirbel zum Darmbeinkamm und zu den Ligamenta sacroiliaca anteriora ziehenden Fasern bewirken eine erhöhte Druckübertragung im Gelenkspalt und verhindern so, dass sich die Beckenschaufeln bei stärkerer Last auseinander bewegen.

3.4 Ligamentum sacrotuberale und sacrospinale

Das Ligamentum sacrotuberale zieht vom Sitzbeinhöcker zum Kreuzbein und verhindert gemeinsam mit dem Ligamentum sacrospinale, dass das Kreuzbein um die Transversalachse nach dorsal kippt.

4 Biomechanik

Das Iliosakralgelenk ist aufgrund seiner ausgeprägten ligamentären Sicherung eine so genannte Amphiarthrose. Die Bewegungen in diesem Gelenk sind stark eingeschränkt. Kippbewegungen um die Transversalachse (Nutation bzw. Gegennutation) oder Seitwärtsbewegungen sind nur in geringem Maße möglich. Da durch die Bewegungen des Kreuzbeindarmbeingelenks die Weite des Beckens reguliert wird, kommt dem Gelenk eine große Bedeutung bei der Geburt zu.

Während die Gelenkränder viel hyalinen Knorpel enthalten, flacht die Schicht nach zentral zunehmend ab und geht in Faserknorpel über. Dies lässt den Schluss zu, dass an den externen Gelenksflächen vermehrt eine Lastübertragung stattfindet, während die zentrale Region eher der Stabilisierung dient.

In der Osteopathie und der manuellen Medizin werden mehrere Bewegungsachsen des Iliosakralgelenks definiert, u.a. die obere transversale Achse (OTA), die mittlere transversale Achse (MTA) und die untere transversale Achse (UTA). Die damit verbundenen biomechanischen Konzepte sind jedoch umstritten.

5 Klinik

Ein relativ häufiges Krankheitsbild sind Schmerzen im Bereich des Iliosakralgelenks. Ihnen können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, u.a. Arthrosen, ein Morbus Bechterew oder ein Iliosakralgelenksyndrom (ISG-Syndrom).

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Fachgebiete: Leibeswand

Diese Seite wurde zuletzt am 22. April 2021 um 16:49 Uhr bearbeitet.

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