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Uterus

(Weitergeleitet von Gebärmutter)

Synonym: Gebärmutter
Englisch: Uterus

1 Definition

Der Uterus, oder deutsch die Gebärmutter, ist das weibliche Geschlechtsorgan, in welchem die befruchteten Eizellen vor der Geburt zu einem Embryo bzw. Fetus heranreifen. Alle weiblichen Säugetiere besitzen eine Gebärmutter.
Im Folgenden wird die Betrachtung auf den Menschen beschränkt.

2 Allgemeines

Die Gebärmutter entsteht entwicklungsgeschichtlich aus zwei Kanälen (Müller-Gang), die miteinander verschmelzen. Erfolgt diese Verschmelzung nicht komplett, kann die Gebärmutter eine mehr oder weniger ausgeprägte Scheidewand besitzen oder selten sogar doppelt vorliegen (siehe Anomalien).

Die Gebärmutter ist vor der Pubertät relativ klein, wird danach ca. 5-10 cm groß und dehnt sich während der Schwangerschaft stark nach oben und den Seiten aus. Sie kann dann bis über den Bauchnabel stehen. Nach der Entbindung kontrahiert sich die Muskulatur des Uterus in kurzer Zeit stark und bewirkt so eine rasche Verkleinerung des Organs. Nach der Menopause wird der Uterus nochmals kleiner.

3 Anatomie

Die Form der Gebärmutter ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne, und hat am oberen Gebärmutterende, dem Fundus uteri, zwei seitliche Ausläufer, die Eileiter. Der Uterus ist ein muskelstarkes Hohlorgan von ca. 7 cm Länge, 5 cm Breite und einem Gewicht von 30-120 g. Größe und Gewicht können verständlicherweise in Abhängigkeit von vorausgegangenen Schwangerschaften erheblich schwanken.

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Der Uterus lässt sich anatomisch in folgende Abschnitte gliedern:

Das Innere des Uterus wird als Gebärmutterhöhle oder Cavum uteri bezeichnet. Es enthält die Gebärmutterschleimhaut, das so genannte Endometrium.

3.1 Topografische Anatomie

Die Lage des Uterus kann individuell sehr unterschiedlich sein. Ist der Uterus nach vorne gebogen, spricht man von einer "Anteflexion". Sie stellt die häufigste Lagevariante dar. Ist der Uterus nach hinten gebogen, spricht man von einer "Retroflexion". Weitere Lagevarianten sind die "Anteversion" und die "Retroversion".

Der Uterus wird von folgenden Strukturen umgeben:

3.1.1 Peritonealbeziehungen

Das Bauchfell (Peritoneum) schlägt von der Harnblase auf die Vorderwand des Uterus um, überzieht diesen zum Großteil und schlägt von der Hinterwand der Gebärmutter auf das Rektum um. Inmitten dieser drei Organe bilden sich somit zwei Bauchfellgruben aus, die als Excavatio vesicouterina (ventral) und Excavatio rectouterina (dorsal) bezeichnet werden. Letztere Bauchfellgrube bildet zugleich den tiefsten Punkt der weiblichen Peritonealhöhle (Douglas-Raum) und ragt bis unmittelbar über das hintere Scheidengewölbe - gebildet von der Portio vaginalis uteri mit der Scheide. Zu beachten ist, dass die Portio vaginalis uteri bauchfellfrei vorliegt.

3.2 Halteapparat

Zum Halteapparat der Gebärmutter gehören die den Uterus umgebenden Bindegewebsstrukturen, die unter dem Begriff "Parametrien" zusammengefasst werden, sowie kaudal die Beckenbodenmuskulatur. Die im Parametrium vorhandenen Haltebänder (Ligamenta) hängen den Uterus im kleinen Becken beweglich auf.

Die Beckenbodenmuskulatur sorgt im wesentlichen dafür, dass der Uterus nicht absinkt. Der Musculus levator ani spielt dabei die wichtigste Rolle.

3.3 Leitungsbahnen

3.3.1 Arterielle Versorgung

Die arterielle Versorgung erfolgt über die Arteria uterina, die als viszeraler Ast aus der Arteria iliaca interna entspringt. Im Ligamentum latum zieht sie in Höhe der Zervix an den Uterus heran und gibt hier Äste zur Scheide ab (Rami vaginales). Anschließend läuft sie am seitlichen Unterrand unter starker Schlängelung und unter der Abgabe zahlreicher Äste (Arteriae helicinae), die ebenfalls geschlängelt sind, nach oben zum Fundus. Dort angekommen gibt sie auf beiden Seiten je einen Ramus tubarius zur Tuba uterina und zusätzlich einen Ramus ovaricus zum Ovar ab. Letzterer anastomosiert zwischen der Arteria uterina und Arteria ovarica. Die Schlängelung der Arteria uterina ermöglicht eine Anpassung an Größenänderungen des Uterus während der Schwangerschaft.

3.3.2 Venöse Versorgung

Der venöse Abfluss erfolgt über den stark ausgeprägten Plexus venosus uterinus. Er nimmt häufig noch das abfließende Blut der Scheide auf und mündet anschließend über die Venae uterinae in die Venae iliaca interna. Ein zusätzlicher Abfluss in den Plexus ovaricus ist ebenfalls möglich.

3.3.3 Nervöse Versorgung

Der Plexus mesentericus inferior sorgt gemeinsam mit dem Plexus hypogastricus inferior für die sympathische Versorgung des Uterus. Die aus diesen Nervengeflechten stammenden Fasern ziehen über den mächtig ausgebildeten Plexus uterovaginalis (Frankenhäuser-Plexus, Ganglion pelvicum) zum Organ.

Die parasympathischen Fasern stammen aus S2-S4 und ziehen ebenfalls über den Plexus uterovaginalis an den Uterus heran.

Der Parasympathikus ist für die Kontraktion des Uterus zuständig, wobei er auch gefäßdilatierend wirkt. Die Wirkung des Sympathikus ist hormonabhängig und führt je nach Situation zur Kontraktion oder Relaxation.

4 Histologie

Der Uterus ist histologisch aus mehreren Schichten aufgebaut. Von außen nach innen findet man:

Der Organteil des Uterus, der in die Bauchhöhle ragt, ist von Bauchfell umgeben, das in diesem Bereich als Perimetrium bezeichnet wird.

5 Funktion

Der Uterus stellt den Raum für die Entwicklung des Embryos bzw. Fetus. Die Gebärmutterschleimhaut wird im monatlichen Zyklus hormonell gesteuert auf- und abgebaut. Kommt es in diesem Zeitraum nicht zur Befruchtung, dann erfolgt die Monatsblutung (Menstruation).

Bei einer Befruchtung der Eizelle (Zygote) und erfolgreicher Einnistung (Nidation) des Keims wächst die Gebärmutterschleimhaut weiter und bildet zusammen mit dem Trophoblasten die Plazenta, welche die Versorgung des heranwachsenden Embryos sicher stellt. Sie wird nach der Geburt als so genannte Nachgeburt ausgestoßen.

6 Anomalien

Während der komplexen Vorgänge der Organogenese zur Entstehung eines neuen Lebens kann es zu Fehlbildungen des Uterus kommen.

Diese Anomalien können auch die Entwicklung der anderen weiblichen Geschlechtsorgane betreffen. Der Uterus entsteht durch die Verschmelzung der so genannten Müller-Gänge (Ductus paramesonephrici). Eine gestörte Verschmelzung kann Anomalien des Uterus zur Folge haben:

7 Untersuchungsmethoden

Die Untersuchung des Uterus ist die Domäne der Frauenheilkunde (Gynäkologie). Dabei kommen eine Vielzahl von Methoden zum Einsatz.

8 Mögliche Krankheitsanzeichen oder Krankheiten

9 ICD-Nummern

Die ICD-Codes einiger gängiger Diagnosen bezüglich des Uterus sind im folgenden aufgeführt:

  • N85.0 Glanduläre Endometrium-Hyperplasie
  • N85.1 Adenomatöse Endometrium-Hyperplasie
  • N85.2 Uterus-Hypertrophie
  • N85.3 Uterus-Subinvolution
  • N85.4 Lageanomalie Uterus
  • N85.5 Inversio uteri
  • N85.6 Intrauterine Synechien
  • N85.7 Hämatometra
  • N85.8 Sonstige näher bez. nichtentzündliche Krankheit Uterus
  • N85.9 Nichtentzündliche Krankheit Uterus onA
  • N86 Erosion und Ektropium Cervix uteri
  • N87 Dysplasie der Cervix uteri

10 Weblinks

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